Unsere Krimi- und Thriller-Lieblinge in 2025:
Ralf Schwob empfiehlt: Thomas Knüwer: Giftiger Grund
Joran hat mit seinen Kumpels eine Tankstelle überfallen und dabei einen alten Mann schwer verletzt. Nach acht Jahren im Gefängnis kommt er in seinen Heimatort zurück und muss feststellen, dass er trotz bester Vorsätze immer wieder scheitert: bei der Jobsuche, beim Finden einer Wohnung, bei der Aussöhnung mit seinem Vater.
Die Tankstelle ist mittlerweile geschlossen und ein „Lost Place“ und Joran weiß, dass dort irgendwo auf dem Gelände noch das Geld aus dem Überfall versteckt sein muss. Als er sich eines Nachts dorthin begibt, kommt ihm die die Influencerin Charu in die Quere, die Fotos für ihren Blog von „Lost Places“ machen will. Und damit nicht genug: In der stillgelegten Waschanlage campiert jede Nacht ein kleines Mädchen, das wie ein scheues Waldtier sofort flieht, sobald sich ihr jemand nähert …
Thomas Knüwer erzählt in seinem ungewöhnlichen Krimi von drei Menschen, die nichts miteinander verbindet, außer der Suche nach einem besseren Leben. Dass alle drei dabei in Ereignisse hineingezogen werden, die bald mehrere Todesopfer fordern, ist nach ihrem Zusammentreffen in der Waschanlage so überraschend wie unausweichlich. Mit klarem Blick für soziale Milieus und einem feinen Gespür für Spannungsbögen, zieht einen der Autor immer tiefer ins Geschehen. Man fiebert mit den drei unterschiedlichen Charakteren bis zum Schluss und wünscht ihnen das Beste. Ob die Geschichte aber für alle drei auch gut ausgeht?
Droemer Verlag, 978-3-42656-846-0, € 18,00
Fritz Deppert: Blutspur: Von Hinterhimmelsbach zu Herrngarten
Philipp Buttmei, vor zwei Jahren pensionierter Kommissar mit eher ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden, wird von der Tochter eines Freundes angerufen: Anne ist sich sicher, dass mit dem Unfalltod ihres Vaters irgendetwas nicht stimmt. Auch wenn die Polizei die Ermittlungen abgeschlossen und nichts gefunden hat. Aber warum soll ihr blinder Vater die Straße passiert haben, wenn sein Tonsignal nicht erklungen war? Buttmeis Instinkt nach Sicht der Fakten schlägt an – und bald ist er mitten in Untersuchungen, die bis ins dritte Reich zurückreichen.
Im zweiten Teil des Buches ist es noch einmal ein vermeintlich durch Unfall getöteter Mann, der die Aufmerksamkeit des pensionierten Ermittlers auf sich zieht. Vielleicht hätte er da ohne den Tod des Freundes gar nicht näher hingesehen. Aber es geht ganz anders weiter: bald steht Buttmei Mafia-ähnlichen Strukturen gegenüber …
Die Buttmei-Krimis von Fritz Deppert sind gerade bei „Legionarion Crime“ erschienen: Sehr schön ausgestattet und in angenehmer Schriftgröße gedruckt, sind sie eine echte (Wieder)Entdeckung! Und Philipp Buttmei ist mit seiner stoischen Gelassenheit sowieso ein großartiger Ermittler!