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Kinderbuch Lieblinge 2027 - 2026 - Buchhandlung und Verlag Bornhofen in Gernsheim am Rhein

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Unsere Kinderbuch-Lieblinge in 2026:
Stefanie Taschinski: Bo und die Wilde 26 – Ein Buchstaben-Abenteuer

Die Herbstferien stehen vor der Tür. Bo ist seit ein paar Wochen in der Schule, aber das Lesen, die Buchstaben, davor gruselt sich Bo ein bisschen. Das kommt ihm so kompliziert vor! Sein Vater ist Tierarzt und scheint das gar nicht zu verstehen, LESEN ist doch ein so großes, schönes Abenteuer! Bo möchte aber in diesen Ferien lieber ein richtiges Abenteuer erleben, einen Berg erklimmen zum Beispiel. Oder mit dem Spezialpaket, auf das er wartet, andere Planeten entdecken. Am nächsten Morgen steht tatsächlich ein Paket vor der Tür! Als er das Band öffnet, mit dem es verschnürt ist, fliegt der Deckel ab: heraus flitzen 26 Minischafe. Alle haben einen Buchstaben auf ihrem Shirt, manche tragen Brille, andere ein Krönchen, eines nuckelt sogar noch am Schnuller. Bo hat alle Mühe, sie beieinander zu halten. Und dann liest sein Vater auch noch im beiliegenden Brief, dass Bo mit den Minischafen den Gipfel des Mupi-Berges erklimmen soll! Mit der Karte in der Hand macht er sich auf den Weg …

Die 26 Minischafe haben natürlich alle einen anderen Buchstaben auf ihrem Shirt und bilden zusammen das Alphabet. Das haben Sie sich sicher schon gedacht?! Und der Berg, den Bo erklimmen soll, steht stellvertretend für die Schwierigkeit, aus diesen 26 Buchstaben einen verständlichen Text herauszulesen. Die Kulturtechnik des Lesens ist nämlich durchaus mühevoll. Die Autorin Stefanie Taschinski, die mit der „kleinen Dame“ und „Herrn Kreideweiß“ zwei großartige Kinderbuchcharaktere erfunden und über diese beiden sehr schöne Geschichten geschrieben hat, hat sich zur Veranschaulichung dieser Lese-Lern-Aufgabe dieses „Buchstaben-Abenteuer“ ausgedacht. Der Text ist durchgehend gereimt (manchmal etwas hakelig, das gebe ich zu), er lässt sich prima vorlesen – und lädt, immer dann, wenn die Schafe besonders aktiv sind, auch ganz „frische“ Schulkinder zum Selbstlesen ein. Auf den Bildern von Christiane Hansen gibt es viel zu Entdecken – Bilderanschauen ist eine wichtige Vorstufe vom Lesen – und sie ergänzen die Geschichte sehr passend.

Und falls Sie bei der Begleitung des Erstlesekindes, das dieses Buch in Händen hält, ein paar Hintergrundinfos haben wollen: das Buch schließt mit einer Doppelseite Lese-Lern-Wissen ab.

Arena Verlag, 978-3-401-71555-1, € 13,00

Cornelia Funke / Simona Ceccarelli: Gespensterjäger auf eisiger Spur – Graphic Novel
 

Toms Tag fängt schon schlecht an. Irgendwie geht alles schief, der Wecker fällt runter, das Wasserglas um, er rutscht aus und beim Frühstück wirft er den Orangensaft um. Seine Mutter schickt ihn in den Keller, neuen Saft holen; hier zerspringt die Lampe, die Tür schlägt zu, seine Schuhe kleben am Boden fest – aber vor allem greift ein Gespenst nach ihm! Natürlich glaubt das weder seine Mutter noch seine ältere Schwester. Oma aber schon. Sie gibt ihm die Adresse der Gespensterjägerin Hedwig Kümmelsaft – doch schon bei deren erster Begegnung mit Toms Gespenst ändert sich die Aufgabe der beiden. Denn Toms Gespenst ist vor einem viel gefährlicheren Gespenst geflohen. Ob Hedwig Kümmelsafts Gespenster-Vertreib-Mittel helfen?

Die Gespensterjäger-Reihe von Cornelia Funke zählt zu den Klassikern der Kinderliteratur. Allerdings gibt es erst seit ein paar Wochen auch die Graphic Novel – und die kann ich wärmstens empfehlen! Die Illustratorin Simona Ceccarelli hat viele Details eingearbeitet und – das fällt mir immer besonders auf – auch die Mimik bildet eine Vielzahl von Gefühlen ab. Comics sind übrigens beste Leseförderung: Weil der Text durch die Bilder ergänzt wird, lassen sich sehr komplexe Geschichten erzählen. Und wer genau hinsieht, entdeckt sogar kleine „Nebengeschichten“. Das macht wirklich viel Spaß und spannend ist es auch! Band zwei bis fünf gibt’s derzeit „nur“ als Geschichte und vielleicht motiviert das zum Lesen von längeren Texten. Empfohlen ab 8 Jahren.
 

Loewe Graphix, 978-3-7432-1813-0, € 15,00

Greta Svensson / Verena Wugeditsch: Ein Sommer auf Kullerö

Sommerferien! Da muss man auf dem Heimweg singen und schreien und sich freuen – das finden die drei Kullerö-Kinder Tilla, ihr Bruder Björn und dessen Freund Oscar. Mehr Kinder gibt es gar nicht auf Kullerö. Die Insel ist ja auch so klein, dass jeder jeden kennt. Und jeder jedem hilft. Das erweist sich als sehr gut, denn in diesem Sommer zieht eine neue Familie zu ihnen: Wille und Agneta haben das alte Hotel gekauft und wollen es renovieren und wiedereröffnen. Sie bringen Kari und Benka mit – und Kari ist tatsächlich in Tillas Alter! Wo Tilla sich schon ganz lange eine beste Freundin wünscht! Aber manchmal ist es gar nicht so einfach, sich anzufreunden. Und vielleicht will Kari ja gar nicht bleiben?

In diesem Buch gibt es ganz viel sommerlichen Kinderalltag – aber auch auf einer so herrlichen Insel wie Kullerö ist es nicht nur schön. Wie Tilla und Kari sich ganz langsam und mit vielen Umwegen anfreunden, wie schmerzhaft es manchmal sein kann, sich alleine zu fühlen, das erzählt Autorin Greta Svensson (die eigentlich Barbara Rose heißt und schon viele, viele tolle Kinderbücher geschrieben hat!) sehr feinfühlig und nachvollziehbar. Dieses Buch tut einfach gut! (Natürlich gibt es auch Kapitel, in denen es wirklich spannend und sogar gefährlich wird.) Die Illustrationen von Verena Wugeditsch sind übrigens absolut entzückend und überhaupt nicht kitschig. Zum Selberlesen ab 8 Jahren, zum Vorlesen ab 5 Jahren.

Coppenrath Verlag, 978-3-649-64546-7, € 15,00

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