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Die besonderen Empfehlungen dieses Monats - Buchhandlung und Verlag Bornhofen in Gernsheim am Rhein

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Lieblinge des Monats Januar


Maxime Rovere: Wie man mit Idioten umgeht ohne selbst einer zu bleiben
 

Die zweite Hälfte des Satzes hat mich stutzig gemacht – erwartet hätte ich „ohne selbst einer zu werden“. Das klingt aber ein bisschen nach 0-8-15-Ratgeber, ich hätte es also gar nicht gelesen. Mit diesem Satz jedoch hab‘ ich mir das Buch „vorgeknöpft“ und bin nicht enttäuscht worden. Obwohl (oder gerade: weil) es mich noch eine Weile und vermutlich auch immer wieder beschäftigen wird.

Maxime Rovere ist Philosoph, Übersetzer und Autor und seine Herangehensweise ist mäandernd-analytisch. Heißt: Er analysiert die Idiotie an sich und beschreibt Handlungsszenarien für den Umgang mit ihr und deren Folgen. Und immer wieder bindet er die Ergebnisse vergangener Kapitel in neue Zusammenhänge ein; dies aber nicht linear, sondern in Sprüngen und Querverweisen. Das ist nicht unanstrengend - sorgt aber dafür, dass besonders viele Aspekte des Idiotischen, auch die Eigenanteile, herausgearbeitet werden. Seine Ausführungen kombiniert Rovere mit reichlich satirischem Witz. Am Ende stehen vierzehn Thesen, jede davon schließt ein Kapitel ab; diese lassen sich mit einiger Übung ganz praktisch umsetzen. Zumindest nehm‘ ich mir das vor!
 

Picus Verlag, Übersetzung Alexander Potyka, 978-3-7117-3503-4, € 22,00

Saskia Luka: Lass uns noch bleiben

Anna hält sich aufrecht. Mit dem täglichen Gang in ihren Pflanzenladen und dem Kaffee mit Nachbar und Antiquar Henning. Richtig leben kann sie gerade nicht, denn ihre Freundin Vinka ist ohne ein Wort gegangen. Neben dem (großen) Liebeskummer stellt sich die Frage, wie sie ihre Wohnung wird halten können ohne zweite Mieterin. Durch Zufall wird Alex Mitmieter – Alex, der eine kleine Bar hat und freundliche Worte für jeden. Alex, der manchmal einen Kinderwagen schiebt und bei ein paar Halbstarken Hausaufgabenbetreuung macht. Die Planung sieht vor, dass sie sich wenig bis gar nicht sehen: Anna kommt am Abend nach Hause, wenn Alex schon weg ist und bis er wieder zurück ist, schläft sie schon. Irgendwann funktioniert das aber nicht mehr so gut, Neugier schleicht sich ein. Und vielleicht sogar Zuneigung?

Saskia Luka erzählt in ruhigem Ton und mit großer Liebe für ihre Protagonisten eine Geschichte von Liebe und Verlust, Angst und Nähe. Ihr gelingt eine wahrhaftige Beschreibung von Liebeskummer und auch das Wieder-Vertrauen-fassen ist wohltuend unkitschig dargestellt. „Lass uns noch bleiben“ ist kein klassischer Liebesroman – und trotzdem lesen wir über ein Miteinander, das sich immer mehr wie Liebe anfühlt. Und von Freundschaften, die tragen. Schön!

Kein & Aber Verlag, 978-3-0369-5058-7, € 22,00

Fritz Deppert: Blutspur: Von Hinterhimmelsbach zu Herrngarten

 
Philipp Buttmei, vor zwei Jahren pensionierter Kommissar mit eher ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden, wird von der Tochter eines Freundes angerufen: Anne ist sich sicher, dass mit dem Unfalltod ihres Vaters irgendetwas nicht stimmt. Auch wenn die Polizei die Ermittlungen abgeschlossen und nichts gefunden hat. Aber warum soll ihr blinder Vater die Straße passiert haben, wenn sein Tonsignal nicht erklungen war? Buttmeis Instinkt nach Sicht der Fakten schlägt an – und bald ist er mitten in Untersuchungen, die bis ins dritte Reich zurückreichen.

Im zweiten Teil des Buches ist es noch einmal ein vermeintlich durch Unfall getöteter Mann, der die Aufmerksamkeit des pensionierten Ermittlers auf sich zieht. Vielleicht hätte er da ohne den Tod des Freundes gar nicht näher hingesehen. Aber es geht ganz anders weiter: bald steht Buttmei Mafia-ähnlichen Strukturen gegenüber …

Die Buttmei-Krimis von Fritz Deppert sind gerade bei „Legionarion Crime“ erschienen: Sehr schön ausgestattet und in angenehmer Schriftgröße gedruckt, sind sie eine echte (Wieder)Entdeckung! Und Philipp Buttmei ist mit seiner stoischen Gelassenheit sowieso ein großartiger Ermittler!
 

Verlag Legionarion Crime, 978-3-969371-98-5, € 16,00

Barbara Stok: Vincent

Februar 1888, Theo und Vincent van Gogh gehen in Paris zum Bahnhof. Vincent ist 35 Jahre alt und seit neun Jahren auf dem Weg, Künstler zu werden. Nun hofft er auf ein gutes Leben „im Süden“, das Licht und die Landschaft sollen ihm Inspiration sein. Tatsächlich verstärken Landschaft und Klima seine Liebe zur Natur – er arbeitet pausenlos und entwickelt sich weiter. Theo unterstützt ihn finanziell und nimmt als Bezahlung die Bilder entgegen, in der Hoffnung, sie verkaufen zu können. Doch Vincents Gesundheit ist alles andere als stabil …

Barbara Stoks Graphic Novel erzählt die kurze Spanne von Vincent van Goghs Aufenthalt in Arles, die nur rund ein Jahr umfasst. Aber es ist das Jahr, in dem van Gogh wie besessen malt. Es ist die Zeit in der van Gogh von seinem „Atelier des Südens“ träumt, einer Atelier- und Wohngemeinschaft für Gauguin und andere, die bereits einen Namen in der Szene haben. Viele der ikonischen van-Gogh-Gemälde entstehen in dieser Zeit, die bekannten Sonnenblumen-Bilder malte er zum Beispiel als Schmuck für Gauguins Zimmer.

Das Besondere an dieser Graphic Novel ist, dass sie mit vereinfachten, comichaften Bildern ihre Geschichte erzählt – und doch leuchtet Vincent van Goghs Können aus ihnen heraus. Barbara Stok zitiert zwischendurch immer wieder Briefe der Brüder, sodass wir Leser:innen auch viele Hintergründe erfahren. Nur das Davor und das Danach – das müssen wir uns selbst erschließen. Ein Kniff, der tatsächlich für mehr Verständnis durch selbst erarbeitetes Wissen sorgt. Dieses Buch ist weit von einer Biographie entfernt und zeigt uns doch sehr viel über den Ausnahmekünstler Vincent van Gogh.

Carlsen Verlag, 978-3-551-80147-0, € 24,00

Judith Mohr: Stadt der Magier und Diebe
 

So viel Angst hatte Cor noch nie in seinem Leben: Er war zum zweiten Mal beim Stehlen erwischt worden – und nun konnte er nur hoffen, dass sich ein Käufer für ihn fand. Denn sonst würde er direkt an den Galgen kommen. Ein Leben als Sklave könnte entsetzlich sein, aber auch halbwegs erträglich, je nachdem, wie sein Herr so war. Und dann hatte Cor Glück, sein neuer Herr war Magier und brauchte Cor nicht nur im Haus und Stall, sondern auch in seinem Labor … Und außerdem erhoffte er sich Informationen über die Gilde der Diebe. Denn irgendetwas ging vor in der Stadt Parnass und die Gilde war mitten drin. Cor, der Dieb, war zwar nicht freiwillig eingetreten, sondern weil er sich als kleiner Junge hatte entscheiden müssen zwischen Gilde oder Hungertod, aber verraten würde er nichts. Bis Cor gar keine andere Möglichkeit hat: Schwere Verbrechen erschüttern die Stadt …

„Stadt der Magier und Diebe“ ist der erste Band einer super spannend erzählten Fantasy-Reihe, deren zweiter Band gerade erschienen ist. Cor, der Magier, aber auch Ro, Trix und Cem – Cors Freunde aus Diebeszeiten – sind interessante und vielschichtige Figuren, über die man gerne mehr wissen will. Ich bin gespannt auf das neue Abenteuer. Nur zart besaitet darf man nicht sein, es geht wirklich heftig zu in diesem Roman für Menschen ab 12 Jahren!
 

Carlsen Verlag, 978-3-551-58640-7, € 15,00

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