Die besonderen Empfehlungen dieses Monats - BUCHHANDLUNG

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Lieblinge
Lieblinge des Monats Oktober.
Mit Essen spielt man nicht.

Tut man nicht? Doch, manchmal schon. Letztendlich sind auch die Anleitungen für „kindgerechte Gerichte“ – Gesichter in Wurst, als Boote drapiertes Obst, Sie wissen was ich meine – Spielereien. Was die Autoren mit den Nahrungsmitteln gemacht haben, nachdem die fantastischen Fotos entstanden waren, ist nicht bekannt, aber vermutlich gab es reichlich Möglichkeiten, sie zu verzehren.

Allerdings ist das ja auch eigentlich nicht das Thema … Vielmehr war eine kleine Gruppe von Menschen auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Geschenk für einen Architektenfreund – und so kamen sie auf die Idee, Bauwerke nachzustellen und daraus einen Rätsel-Bildband zu machen. Und dieser ist wirklich sehr rätselhaft und lustig dazu! Es sind überwiegend neuere Gebäude, die die fünf sich ausgesucht haben, aber ein paar „alte Bekannte“ sind auch dabei. Oft erkennt man erst auf den zweiten oder dritten Blick, welches Bauwerk gemeint ist und trotzdem ist die Umsetzung immer ganz dicht an diesem Gebäude. (Meine Lieblinge sind übrigens das Hundertwasserhaus in Wien, die Elbphilharmonie und das Tor des himmlischen Friedens in Peking.)

„Bauschmaus“, Verlag DVA, 978-3-421-04110-4, € 15,00
  
Sherlock Holmes‘ Gegenspieler

Kriminalromane, die im London zur Zeit Jack-the-Rippers spielen, gibt es einige. Das viktorianische Zeitalter mit seinen Veränderungen (vor allem in der Wirtschaft und damit bei den Verdienstmöglichkeiten und Lebensbedingungen) ist eine überaus interessante Epoche! Mick Finlays Krimi ist allerdings ein bisschen ungewöhnlich – denn er bildet diese veränderten Bedingungen ungeschönt ab. Das macht einen Teil dieses Buches aus.

Vor allem aber ist die Geschichte richtig gut erzählt: William Arrowood verdient sein Geld mit Ermittlungen, seit er seinen Job als Journalist verloren hat. Ihm zur Seite steht Norman Barnett, der ein wenig der Mann fürs Grobe ist. Arrowood legt großen Wert auf die Psychologie und ist stets genervt, wenn er in der Zeitung über die (aus seiner Sicht höchst zweifelhaften) Erfolge von Sherlock Holmes liest. Die beiden haben seit fünf Wochen keinen Fall mehr gehabt und so übernehmen sie die Suche nach dem Bruder einer jungen Fotografin – auch wenn der im „Barrel of Beef“ gearbeitet hat und die beiden dort Hausverbot haben und um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie dem Wirt, Mr Cream, noch einmal in die Quere kommen. Und so nimmt ein Kriminalfall seinen Lauf, der die beiden tatsächlich mehr als einmal in Lebensgefahr bringt …

Mick Finlay: „Arrowood – In den Gassen von London“, Verlag HarperCollins, 978-3-95967-174-3, € 10,99, eBook € 8,99  

Eine Bettszene

Eigentlich besteht dieser Roman von Graham Swift zur Hälfte aus nicht viel mehr als einer Bettszene zwischen einem jungen, selbstbewussten Dienstmädchen und einem jungen Herrn der höheren Kreise, der in wenigen Wochen heiraten soll. Es wird ihr letztes Zusammensein sein, es ist Frühjahr, Veränderungen liegen in der Luft in diesem Jahr 1924. Niemals zuvor und niemals später werden sie in seinem Bett zusammenkommen, und dass er sie dazu einlädt ist ein besonderes Abschiedsgeschenk. Dafür hat er seine Familie belügen müssen, seine Verlobte auch und sie selbst ist sich unsicher, welche Erwartungen er für diese Stunden an sie hat. Nicht bezüglich des eigentlichen Aktes, da vertrauen sie aufeinander und auf ihre Körper, die sich in ihrer Nacktheit ergänzen und irgendwie gegenseitig schützen. Aber was ist danach? Soll sie einfach liegenbleiben, während er sich ankleidet? Soll sie danach das Bett frisch beziehen? Es hat diesen verdächtigen Fleck. In welchem Verhältnis stehen sie eigentlich? Dass dieser Tag noch viel Unglück beinhalten wird, dass weiß sie erst später ...

Graham Swifts Hauptdarstellerin reflektiert diesen so besonderen Tag mit fast siebzig Jahren Abstand, sie lotet die eigenen Gefühle aus, die Gesellschaft damals und heute. Wir Leser werden dabei gerade nicht zum Voyeur - auch wenn die Darstellungen durchaus explizit sind -, denn im Vordergrund stehen tatsächlich Gedanken und Gefühle. „Ein Festtag“ ist ein kleiner, feiner Roman, dessen Inhalt weit übers eigentliche Thema hinausweist.

Graham Swift: „Ein Festtag“, dtv, 978-3423-14677-7, € 10,90, eBook € 9,99
Wie ist man Mädchen?

Vermutlich bewegt diese Frage jedes weibliche Wesen unter 20 Jahren. Zumindest kann ich mich noch sehr genau erinnern an Unsicherheit, das Gefühl irgendwie nicht richtig zu sein, an Mädchencliquen und viele Pickel im Gesicht. Ich nehme an, und die weiblichen Jugendlichen, mit denen ich mich unterhalten habe, stimmen mir zu, dass das heute nicht viel anders ist, so im Großen und Ganzen. Die Autorin Julia Korbik hat auf diese Frage eigentlich auch keine richtige Antwort, sie hat keine Anleitung geschrieben, wie man Mädchen wird. Ihr Buch ist sehr viel klüger als eine eindimensionale Anleitung: Sie stellt Ideen und Frauen vor, erklärt Hintergründe, macht Abstecher in die Geschichte, sie erklärt die Fallstricke im Miteinander und die Schwierigkeiten mit der Selbstbehauptung. Vor allem aber schreibt sie, in vielen Variationen und in jedem der fünf Teile, dass es gar nicht wirklich wichtig ist, WIE man ein Mädchen ist. Sondern, dass es wichtig ist, man selbst zu sein. Und dass es eine spannende, lebenslange Aufgabe ist, herauszufinden, wer man selbst IST. Man selbst, mit aller Schönheit, den unterschiedlichsten Charakterzügen und Bedürfnissen.

Das Buch „How to be a girl“ liefert keine Antworten, es stellt viele kluge, wichtige Fragen. Es liefert Ideen. Und es ist klar und übersichtlich strukturiert, man kann es immer wieder in die Hand nehmen und lernt immer wieder etwas dazu. Ich möchte es eigentlich jeder jugendlichen Person, ob männlich, weiblich oder gender-queer, in die Hand drücken!

Julia Korbik: „How to be a girl – stark, frei und ganz du selbst“, Gabriel Verlag, 978-3-522-30509-9, € 14,99, eBook € 9,99
 
Wieder aufgelegt!

Vor dem stimmungsvoll gezeichneten Hintergrund einer südhessischen Kleinstadt in den siebziger Jahren schildert Ralf Schwob eine berührende Familiengeschichte. Erzählt wird von der depressiven Erkrankung der Mutter, von der Sprachlosigkeit des Vaters und dem allmählichen Aufbruch des Sohnes, der sich von seinen Eltern lösen muss, um erwachsen werden zu können. In der Kunst findet der Junge schließlich eine Möglichkeit, das Ausgeschwiegene und Unsagbare zu gestalten.

Für Leser aus dem Kreis Groß-Gerau ist das Buch zudem von großem regionalem Interesse, denn Orten wie der „Zuckerfabrik“, dem „Safariland“ oder dem „Wunderland der Märchen“ wird in der Erzählung ein kleines literarisches Denkmal gesetzt.

„Ralf Schwob besticht durch eine klare, einfach einfache Sprache, die mit wenigen Worten viel erzählt.“ SWR
Das ist übrigens tatsächlich der Klappentext, im Gegensatz zu den sonstigen Buchbesprechungen. Denn Ralf Schwobs literarisches Kleinod durften wir im Bornhofen Verlag neu auflegen, es ist überarbeitet und hat ein unglaublich passendes, beeindruckendes Cover bekommen – Christine-Katharina Krämers Gemälde „Silencio“ ist eine Reaktion auf die Lektüre von „Der stillste Tag im Jahr“.

Ralf Schwob: „Der stillste Tag im Jahr“, Bornhofen Verlag, 978-3-981495-58-4, € 14,00

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