Die besonderen Empfehlungen dieses Monats - Buchhandlung und Verlag Bornhofen in Gernsheim am Rhein

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Lieblinge des Monats Oktober.
Kanada I

Frederica genannt Freddy und Laura Dean sind ein Paar. Meistens zumindest. Nur sieht Laura Dean das nicht so eng. Manchmal knutscht sie mit anderen Mädels. Manchmal macht sie richtig Schluss. Für beide ist es Liebe – aber irgendwie haben sie unterschiedliche Vorstellungen vom Lieben, der Beziehungsstatus ist kompliziert. Außerdem ist da noch Freddys beste Freundin Doodle, mit der irgendwie auch etwas nicht zu stimmen scheint. Eines Tages geht Laura Dean zu weit. Und Freddy sortiert sich, auch wenn es schmerzt, neu …

Kanada ist in diesem Jahr Buchmessegastland. Und so erscheinen eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Titel von kanadischen Autor:innen. Das ist – wie eigentlich immer beim Buchmessegastland – richtig spannend. Und im Falle von „Laura Dean und wie sie immer wieder mit mir Schluss macht“ zudem noch wirklich lebensklug. Auch wenn Mariko Tamaki (die Autorin) und Rosemary Valero-O’Connell (die Illustratorin) eine Graphic Novel für Jugendliche gemacht haben: Für uns Erwachsene, die auch schon die ein oder andere On-Off-Beziehung erlebt oder zumindest begleitet haben, ist das Buch nicht minder interessant. Allerdings verlangt es Entdeckungsbereitschaft, denn die Novel lebt zur guten Hälfte von den Bildern. Mariko Tamaki hat noch andere Titel getextet und arbeitet mit ganz unterschiedlichen Illustrator:innen zusammen. Man sollte sie sehr fest im Blick behalten!

Mariko Tamaki: „Laura Dean und wie sie immer wieder mit mir Schluss macht“, Carlsen Verlag, Übersetzung: Annette von der Weppen, 978-3-551-176590-1, € 22,00

Kanada II

Wenn man in Kanada Hockey schaut, dann ist Eishockey gemeint. Es hat eine lange Tradition und das gegen Russland gewonnene Kleinturnier von 1972 füllt zu seinem Jahrestag immer noch Zeitungsseiten. Es gibt einen Nationalpark, der bereits 1873 nach der größten indigenen Bevölkerungsgruppe, den Algonquin benannt wurde. Und trotzdem gab es die Residential Schools, die über 150 Jahre hinweg systematisch die Strukturen in indigenen Familien zerstörten und viele Opfer forderte – und erst in den letzten zehn Jahren wurde und wird das aufgearbeitet. Dann ist da noch der einzige Nachbar, die USA, mit dem umzugehen so ist, „wie mit einem Elefanten das Bett zu teilen: Mag er noch so freundlich sein, jede Zuckung hat Auswirkungen auf einen selbst“. Das sind nur vier von über hundert (kleinen) Themen, die in diesem Buch anschaulich und manchmal auch humorvoll behandelt werden.

Das zweitgrößte Land der Erde, 30 Mal so groß wie Deutschland, aber nur halb so viele Einwohner: Kanada gilt als Traumland für Auswandernde. Gerd Braune wollte gar nicht auswandern, sondern lediglich einige Jahre in seinem Geburtsland verbringen, das ihm bei einigen Urlauben sehr ans Herz gewachsen war. Sein Aufenthalt währt nun fast 25 Jahre, und er hat immer wieder Erstaunliches zu erzählen. „Kanada – Ein Länderporträt“ füllt Lücken, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie habe. Perfekt, um sich aufs Gastland einzustimmen.

Gerd Braune: „Kanada – ein Länderporträt“, Ch. Links Verlag, 978-3-96289-135-0, € 18,00
Gegeneinander

Religion spielte im Hause Goldschmidt keine Rolle. Der Vater war Oberlandesgerichtsrat im fortgeschrittenen Alter – doch 1934, die Söhne waren 10 und 6 Jahre alt, war mit dem Gericht halten Schluss, der Vater baute seine Staffelei im Herrenzimmer auf und blieb privat. Auch für Erich, der kurz nach der Geburt des jüngeren Sohnes Jürgen-Arthur mit dem Schuleintritt fürs Vaterland zu schwärmen begonnen hatte, änderte sich alles: Im Stammbaum gab es jüdische Vorfahren und somit war er aus Hitlerjugend und allem, was er anstrebte, ausgeschlossen. Ein paar Jahre später schickten die Eltern die beiden ins Exil nach Italien, später weiter nach Frankreich. Es ist aufrechten Menschen zu verdanken, dass sie überlebten …

Georges-Arthur Goldschmidt beschriebt in „Der versperrte Weg“ wie die 1940er Jahre, vor allem der Weltkrieg, für seinen Bruder Erich gewesen sein müssen. Dabei wählt er eine sachliche Sprache, die Sätze sind kurz und das Beschriebene deutlich – das Gesamtgeschehen ist es jedoch nicht. Denn die Diskrepanz zwischen den Wünschen des jungen Erich und dem Leben als verfolgte Juden ist denkbar groß. Erich entscheidet sich, gegen Hitler und die Deutschen zu kämpfen und trägt doch dieses Deutschsein in sich. Auch nach dem Krieg, als Displaced Person, ist das Leben kompliziert und gefährlich. Es ist nicht mein erstes Buch, dass sich mit jüdischem Überleben beschäftigt, aber es ist sicher eines, das mich lange beschäftigen wird.

Georges-Arthur Goldschmidt: „Der versperrte Weg – Roman des Bruders“, Wallstein Verlag, 978-3-8353-5061-8, € 20,00
Verlierer?

Es ist der 30. Dezember, die Uhren ticken ein wenig anders als im restlichen Jahr. In der Bank hat London Dienst – vielleicht wäre alles ganz anders gekommen, wenn jemand aus dem normalen Team Dienst gehabt hätte, jemand mit Lehrgängen zur Gefahrenprophylaxe. Und nicht die angriffslustige London. Dann wäre der Bankräuber vielleicht nicht Hals über Kopf aus der Bank und ins Haus gegenüber gestürzt. Vielleicht hätte er auch keine Geiseln dort genommen. Und wäre die Bank keine bargeldlose gewesen, dann wäre sowieso alles anders gekommen. So ist nun aber der 30. Dezember und die beiden Polizisten Jim und Jack können am Nachmittag endlich aushandeln, dass die Geiseln freigelassen werden. Nur: Wo ist der Geiselnehmer?

„Eine ganz dumme Idee“, so lautet der Titel des neuen Buches von Fredrik Backman. Tatsächlich ist es eine ganz dumme Idee, eine bargeldlose Bank zu überfallen und anschließend Geiseln zu nehmen, da sind sich alle einig, auch der Bankräuber. Warum es trotzdem passieren kann und wie das halbwegs frei von Blessuren erfolgt, das ist in diesem vergnüglichen Buch zu lesen. Backman schreibt in Gegenwart und wechselt Erzählsequenzen mit Vernehmungsprotokollen ab, das macht die Lektüre auch kurzweilig. Wer hintergründige Unterhaltung sucht, wird hier fündig!

Frederik Backman: „Eine ganz dumme Idee“, Goldmann Verlag, Übersetzung: Antje Rieck-Blankenburg, 978-3-442-31570-3, € 22,00
Zwei Klassiker

Professor Peter Shandy hatte nichts gegen Weihnachten – aber er hatte sehr, sehr viel gegen die Beleuchtungstraditionen, die im Ort Balaclava gepflegt wurde. Und in diesem, seinem 17. Jahr hatte er beschlossen, seinen Unmut nicht durch fehlende Beteiligung zu zeigen. Sondern durch das andere Extrem mit blinkenden Rentieren, weithallender Musik und allem, was sich sonst noch so installieren ließ. Um dann abzureisen und die Weihnachtstage auf einem Frachter mitten auf dem Meer in nahezu vollkommener Abgeschiedenheit zu verbringen. Am zweiten Weihnachtstag, der Motor des Frachters war gerade ausgefallen, überkam ihn das schlechte Gewissen und er machte sich auf den schnellstmöglichen Weg nach Hause. Um dort, hinter dem Sofa und inmitten von Weihnachtsdeko, Jemima Ames tot vorzufinden …

„Schlaf in himmlischer Ruh‘“ ist der erste Krimi der Balaclava-Reihe rund um Peter Shandy. Charlotte Macleod, die Autorin dieses Lesegenusses, zählt zu den ganz großen Krimiautorinnen der Vereinigten Staaten: Ihre whodunits, die mit viel Humor und noch mehr Klugheit erzählt sind, sind alterslose Lieblingsbücher. Falls Sie Charlotte Macleods Romane noch nicht kennen, sind Sie ein Glückpilz – denn dann können Sie sie nun erstmals lesen. Zumindest diesen ersten Balaclava-Band und auch den ersten aus der Boston-Reihe. Und dann sollten wir alle gemeinsam den Dumont Buchverlag kontaktieren, damit die Folgebände auch wieder gedruckt werden!

Charlotte Macleod: „Mord in stiller Nacht – Zwei knisternd spannende Weihnachtskrimis“, Dumont Buchverlag, Übersetzung Beate Felten und Sascha Mantscheff, 978-3-8321-6342-6, € 12,00


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