Literarische Lieblinge in 2019 -2018 - BUCHHANDLUNG

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Unsere Literarischen-Lieblinge in 2018:
„Einfach genial.“

Das ist Volker Weidermanns Urteil über „Die Tagesordnung“. „Vuillard zeigt, wozu Literatur in ihren großen Momenten fähig ist: blitzhafte Verwandlung träger, alter, viel zu oft erzählter Geschichte in schockierende Neuigkeiten.“, formuliert Weidermann weiter. Ich stimme dem vollkommen zu, möchte aber unbedingt ergänzen, dass dieses Buch eben nicht nur große Literatur ist (Vuillard hat dafür den wichtigsten französischen Literaturpreis gewonnen, den Prix Goncourt), sondern auch in einer absolut faszinierenden und faszinierend lesbaren Sprache verfasst.

Und dabei ist das Thema nun wirklich vielbeschrieben: Es geht um die Jahre 1933 bis 1938, um die Wahl Adolf Hitlers und die folgenden fünf Jahre politischen Geschehens – auch in allen Schulen großes Thema im Geschichtsunterricht. Vuillard schreibt in kleinen Kapiteln, die immer ein anderes, konkretes Thema haben. Beginnend mit der Finanzierung des Wahlkampf durch die „großen“ Männer der Wirtschaft in 1933 und endend mit dem Tod vieler Österreicher direkt nach dem Beitritt zum deutschen Reich im Jahr 1938. Allerdings gibt es eine Art Nachtrag, der wiederum auf das erste Kapitel und die menschenverachtenden Wirtschaftsvorgänge der Regierungsjahre Adolf Hitlers zurückgreift. Dieser Nachtrag ist ein Grund mehr, nicht darauf zu vertrauen, dass die Hitlerzeit keine Schatten mehr wirft …

„Die Tagesordnung“ ist ziemlich schmales und dabei sehr großes Buch!
 
Éric Vuillard: „Die Tagesordnung“, Verlag Matthes & Seitz, € 18,00, 978-3-957575-76-0

Schreibe das Buch

Gedichte sind eine völlig andere Form der Ansprache, als es Prosa ist. Da ist nicht nur jedes einzelne Wort wichtig, sondern auch jeder Umbruch, jede Positionierung, sogar jedes fehlende Wort. Dann kann Lyrik etwas, was Prosa nur mit deutlich mehr Worten gelingt – sie trifft ins Herz.

Rupi Knaur hat ihre Gedichte wohl aus einem inneren Bedürfnis heraus geschrieben, der erste Eintrag lautet „mein herz weckte mich auf letzte nacht – es weinte – wie kann ich helfen, flehte ich – mein herz sprach – schreibe das buch“. Ich bin nach solchen Vorgaben erst einmal vorsichtig, oft genug ist Niedergeschriebenes, das einen schwerwiegenden Anlass hatte, auch schwer zu verdauen und vor allem sprachlich fragwürdig - „Betroffenheitslyrik“ ist kein positiver Begriff. Hier liegt der Fall allerdings anders: Rupi Knaurs Gedichte erzählen von Gewalt gegen Frauen, ohne dass sie mitleidsheischend sind. Sie erzählen von der Vielfältigkeit der Liebe aber auch von den vielen Seiten der gleichen Person. Diese Gedichte sind wortgewaltig und kraftvoll – und sie treffen mitten ins Herz.

Rupi Knaur: „Milch und Honig“, Lago Verlag, ISBN 978-3-95761-173-4, € 14,99

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