Literarische Lieblinge in 2021 -2020 - BUCHHANDLUNG 03 2020

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Unsere Literarischen-Lieblinge in 2020:
Gemeinsam

Ich war neun oder zehn Jahre, als das erste türkische Mädchen in unsere Klasse kam. Wir sollten „nett sein“, mit ihr reden – aber wir wussten gar nicht, wie das gehen kann. Bis dahin war die Welt eingeteilt in katholisch beziehungsweise evangelisch und in „großer Farbfernseher“ plus halbwegs entspannter Feierabend beziehungsweise kleiner Schwarz-Weißer plus immer zu wenig Geld. Nun gab es also jemanden außerhalb der Kategorien, zumindest in unserer Wahrnehmung. Die Gemeinsamkeiten zu entdecken, das war kaum möglich.

Auch dank Aras Örens „Berliner Trilogie – drei Poeme“ gelingt es mir heute, halbwegs zu verstehen, wie das damals war. Ören lebt seit 1969 in Berlin, war Redakteur beim SFB und Leiter der türkischen Redaktion Multikulti beim RBB – und er hat in der „Berliner Trilogie“ vielen türkischen „Gastarbeitern“ (ich nutze die Anführungszeichen hier sehr bewusst: eigentlich sind es ja einfach Kolleg*innen, oder?) ein Denkmal gesetzt. Mit wenigen Worten skizziert er alte und neue Lebensentwürfe, Alltag in der Türkei und in Deutschland, Sprachlosigkeit und ihre Zwischentöne. Das ist große Kunst. Es ist aber vor allem ein großartiger Beitrag zur Verständigung. Und die haben wir derzeit nicht weniger nötig als in den siebziger Jahren, finde ich.

Aras Sören: „Berliner Trilogie – drei Poeme“, Verbrecher Verlag, Übersetzung: H. Achmed Schmiede, Johannes Schenk, Jürgen Theobaldy und Gisela Kraft, 978-3-95732400-9, € 22,00
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