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unsere Historischen-Lieblinge in 2017:



Ein Reformator der anderen Art

Ludwig Meyer behandelte in seinem Klinikum Friedrichsberg in Hamburg ab 1864 erstmals auf deutschem Boden Menschen mit psychischen Störungen tatsächlich als Kranke mit Heilungschancen; er sorgte für gut ausgebildetes Personal, anständige Wohnverhältnisse und arbeitstherapeutische Maßnahmen. Bis dahin waren sie als Irre gebrandmarkt in Türmen oder Kellern eingesperrt worden und man versuchte sie mit allerlei Misshandlungen zur Vernunft zu bringen, oft den Tod des Patienten in Kauf nehmend. Nach wenigen Hamburger Jahren ging Meyer nach Göttingen und setzte dort seine Arbeit fort. Ein Institut ist noch heute nach ihm benannt.

Der Autor Andreas Kollender hat über besagten Ludwig Meyer einen großartigen Roman verfasst, der leicht lesbar jedoch keine leichte Kost ist. Er baut auf den bekannten Fakten auf und spinnt eine vielfältige, hochinteressante Rahmenhandlung herum: Sein Ludwig Meyer kommt nach 10 Jahren Göttingen zurück nach Hamburg und stellt sich notgedrungen seinen Erinnerungen. An die Mutter, die sich im Irrenkeller des Krankenhauses St. Georg umbrachte, den Vater, dem nichts wichtiger war als das eigene Ansehen bei den Leuten. Seiner großen Liebe Fanny Nielsen, seinem Mentor Reinhardt von dessen Sohn er sich verraten fühlt, den vielen Gegnern, die seine Reformen geringschätzten und ihn schließlich durch eine Finte um sein Lebenswerk brachten. Am meisten aber beschäftigen ihn immer noch die „Irren“, mit deren Hilfe er Rache nehmen könnte …

Andreas Kollender: „Von allen guten Geistern“, Pendragon Verlag, PB € 17,00; eBook € 14,99

Packende Historie

Niederfreden, anno 1579: Konrad von Velten hat gerade sein Jurastudium beendet, als er dem fürstlichen Assessor bei Mordermittlungen assistieren darf. Die beiden Opfer wurden seltsam entstellt aufgefunden, Nase bzw. Mund waren gespalten, die Finger wie zum Meineid gekreuzt. Gegen die Anweisungen seines Assessors schaut Konrad genauer hin und entdeckt Verbindungen zu Hexenprozessen, die fast 20 Jahre zurückliegen. Gleichzeitig muss er um die Ehre seiner Mutter fürchten – seit sie Witwe geworden ist, hat sie in der Gemeinde einen schweren Stand. Ihre Schule für Mädchen wird von einigen Nachbarn als Teufelswerk angesehen, nur allzu schnell kann das in einen neuen Prozess münden, der ihr Leben kosten kann. Hat der Fürst zu Braunschweig-Wolfenbüttel, der die letzten Jahre sehr umsichtig regierte und jede Hexenverfolgung im Keim erstickte, nicht mehr genug Einfluss? Weitere Menschen sterben und auch Konrad von Velten gerät in die Fänge der Mörder …

Susanne Ganterts Kriminalroman hat alles, was ein gutes Buch ausmacht: Interessantes Personal, reichlich Menschlichkeit und menschliche Abgründe, eine spannende Rahmenhandlung und einen sehr gut recherchierten historischen Hintergrund. Klare Leseempfehlung!

Susanne Gantert: „Das Fürstenlied“, Gmeiner Verlag, TB € 12,99, eBook € 9,99

unsere Historischen-Lieblinge in 2016:



Nichts ist, wie es scheint

Demetrios ist gerade von einer anstrengenden Behandlung nach Hause gekommen und hat nicht die geringste Absicht, schon wieder seinen kleinen Wohnraum zu verlassen. Doch der Sklave Petronius überzeugt ihn, trotzdem mit zu Senator Drusus zu kommen, seinem Herrn, in dessen Haus es sich gut leben lässt. Leider kann Demetrios Drusus nicht retten – er ist vergiftet und erstochen worden. Demetrios, der neben der Heilkunst auch die Kunst der Logik beherrscht, bekommt den Auftrag, den Mord aufzuklären und gerät dabei mitten hinein in die römischen Machtkämpfe vor mehr als 2000 Jahren …

Zart besaitet darf man nicht sein, wenn man Lasse Holms historischen Kriminalroman lesen will; der Autor schont uns nicht, sondern beschreibt das Leben und Sterben in Rom sehr plastisch und mit reichlich fließendem Blut. Trotzdem mag ich das Buch empfehlen: seine bildliche Erzählweise führt uns nämlich auch mitten hinein in einen spannenden Kriminalfall und in eine Art zu leben, die kaum mehr vorstellbar ist.

Lasse Holm: „Der Römer“, Osburg Verlag, € 12,00, eBook € 3,99

Kriminelle Heimatkunde


Im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert waren im Rhein an verschiedenen Stellen Schiffsmühlen aktiv (auch bei uns in Gernsheim, aber das nur am Rande …). Immerhin waren sie eine wirklich gelungene Möglichkeit, die Wasserkraft sehr effektiv zu nutzen, da keine Übertragung von Energie über die Strecke nötig war. Zunehmend machten diesen Mühlen allerdings die Dampfschifffahrt zu schaffen, denn die Dampfschiffe waren so schnell, dass sie stärkere Wellen aufwarfen als andere Schiffe – der Wellengang war gefährlich für die Mühlen. Das blieb natürlich nicht ohne Folgen für das Miteinander der Müller und Schiffer.

In diesem Zeitalter des Umbruchs spielt Jochen Frickels spannender Kriminalroman: Ein Raddampfschlepper havariert am Rhein bei Ginsheim – direkt vor den dort ankernden Schiffsmühlen. Die Mannschaft sucht im Ort Unterkunft; kaum sind sie dort, stirbt ein Müller und ein zweiter verschwindet auf rätselhaft Weise …

Zu einer Autorenlesung mit Jochen Frickel, der auch reichlich Bildmaterial zu den Schiffsmühlen im Gepäck hat, laden die KVHS, die Schöfferstadt und unsere Buchhandlung am 12. April 2016 ab 19 Uhr ins Schöfferhaus ein, der Eintritt beträgt € 7.

Jochen Frickel, „Die Kraft des Stromes.“, Roland Reischl Verlag, € 12,80

Sagenhaft.

Der Junge ist so schmächtig, dass Bosi von seinem Vaterrecht Gebrauch machen und ihn ins Wasser werfen will. Doch Mutter Vigdis droht damit, Bosi auf immer den Beischlaf zu verweigern, rettet den Kleinen so, benennt ihn nach ihrem Vater, sein Namenszusatz ergibt sich ganz von allein: er heißt Björn Hasenscharte. Da er auch im Mannesalter noch klein und zierlich ist, auf dem Hof und in der Kriegskunst nicht zu gebrauchen, sieht Bosi es nicht ungern, dass Björn sich immer öfter von zu Hause entfernt. Björn beobachtet – und lernt eines Tages Gris den Weisen kennen, der ihm im Laufe vieler Wochen die alten Göttersagen erzählt. Ein Glück für Björn, denn kurze Zeit später wird er geraubt und nur das Geschichtenerzählen rettet ihm über viele Jahre das Leben.

Mehr als zwanzig Jahre alt ist dieser Roman, und hat kein bisschen verloren. In rauer bildhafter Sprache erzählt Konrad Hansen Björns Geschichte und entführt uns Leser in die sagenhafte und dank Hansen sehr lebendige Welt der Wikinger.

Konrad Hansen: „Die Männer vom Meer“, Verlag Hoffmann und Campe, € 14,99

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