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Lieblinge
Lieblinge des Monats November.

Eine Geschichtsstunde

„Ich habe immer im Hintergrund gelebt. Es war meine Art, meine Vergangenheit und mein Leben zu bewältigen. Doch ich lebe im Deutschland des Jahrs 2016. Ich empfand es als meine Pflicht, zu sprechen.“ Diese Sätze lässt die Historikerin Dagmar Fohl ihren Hauptdarsteller Aaron Stern sagen, ganz am Schluss ihres Romans „Alma“. Vorher nimmt sie uns Leser mit auf eine Geschichtsstunde der besonderen Art: In Ich-Perspektive und sehr reduzierter Sprache berichtet Aaron von seinem Leben während der NS-Zeit als jüdischer Musiker im Konzentrationslager. Er beschreibt die unmenschlichen, entsetzlichen Zustände sachlich, jede andere Form scheint unangemessen.
Aaron Stern übernimmt den Musikalienhandel seines Vaters 1937, kurze Zeit später wird er verhaftet, kommt jedoch frei, weil seine Frau Leah eine Schiffspassage nach Kuba für sie beide aushandeln konnte. Dort angekommen ist es sämtlichen Passagieren untersagt an Land zu gehen. Nach langen Verhandlungen beginnt die Reise zurück über den Ozean, die Niederlande wollen die Menschen aufnehmen. Doch schon wenig später annektiert Hitler das Land und die jüdischen Emigranten erleiden das gleiche grauenhafte Schicksal wie die Daheimgebliebenen. Aaron überlebt nur knapp: Er will unbedingt seine Tochter Alma, die Leah und er kurz nach der Geburt in Obhut von Freunden geben musste, finden!

Dagmar Fohl: „Alma“, Gmeiner Verlag, € 18,00, eBook € 14,99

Freunde

Sie sind beide 11 Jahre alt, als sie sich kennenlernen: Bruno, der mit nur 13 anderen Menschen im Dorf Grana im Aostatal als Kuhhirte lebt, und Pietro, dessen Eltern es in jedem Sommer aus der Stadt Mailand hinaus in die Berge zieht. Es braucht die Hilfe von Pietros Mutter, dass aus den beiden Einzelgängern Freunde werden – doch dann sind sie es für jeden Sommer. Erkunden gemeinsam den Bach, den Wald und viele aufgelassene Höfe und Gebäude. Im vierten Sommer dann muss Bruno seinem Vater folgen und Maurer werden; Pietro und er brauchen fast 20 Jahre, um an die alte Freundschaft anzuknüpfen. Jahre, in denen Pietro sich mit dem Vater überwirft und nicht mehr nach Grana kommt, Bruno hingegen einen väterlichen Freund in Pietros Vater findet. Und es dauert noch einmal einige Jahre, bis Pietro seinen eigenen Weg erkennt …
 
Paolo Cognetti liebt die Berge, das ist in jedem Satz zu spüren. Dabei kommt immer ein gewisser Respekt durch, kein einziger kitschiger Ton ist zu lesen. Sie bilden eine großartige Kulisse in diesem Roman über Kinder- und Männerfreundschaften, Elternbilder, der Suche nach einem erfüllten Leben. Man könnte Cognetti vorwerfen, dass nicht wirklich viel passiert – aber man kann sich auch einfach über einen feinfühligen, interessanten, wirklich toll geschriebenen Roman freuen.

Paolo Cognetti: „Acht Berge“, DVA, € 20,00, eBook € 15,99  

Wir-sind-die-Größten

Im Kreideland gedeihen keine Hexen. Der Boden ist einfach zu weich, gute Hexen werden auf Stein groß. Und dann kommt da plötzlich Tiffany Weh ins Spiel, junge Enkelin einer Dame, die sich aufs Schafe-Heilen verstand – und vielleicht, vielleicht auch eine Hexe war … Jedenfalls ist es ein Glück, dass Tiffany da ist, denn es gibt einen Riss zwischen den Welten und wenn die Königin im Kreideland erst einmal Fuß gefasst hat, wird sie ein Reich der Kälte führen. Das haben die Wir-sind-die-Größten schon erlebt und wollen auf gar keinen Fall, dass das auch in diesem Landstrich der Scheibenwelt passiert! Als die Königin Tiffanys Bruder Willwoll entführt, macht sich die angehende Hexe auf den Weg, ihn zu retten. Und die Scheibenwelt, wie wir sie kennen, gleich mit dazu!
 
Dieser erste Roman der Tiffany-Weh-Welt ist ein feiner Einstieg in Terry Pratchetts faszinierender Welt voller Hexen, Kobolde und Magie (wobei die tatsächlich anders ist, als man sie sich immer vorgestellt hat!). Mit Witz und subversivem Humor erzählt Pratchett vom Geschehen hinter dem Geschehen, dabei nimmt er durchaus unseren Alltag aufs Korn: Wenn er zum Beispiel erzählt, welche Rollen die Männer und Frauen im Kreideland haben, dann denkt man automatisch mit, wie es hier ist. Das ist neben herzerfrischender Unterhaltung durchaus weise …

Terry Pratchett: „Kleine freie Männer“, Goldmann Verlag, € 9,99, eBook € 8,99

Ein Sommer, der alles ändert

Annie ist fast zwölf und verbringt die langen Sommerferien am Kap Twin Coves. Wie in jedem Jahr feiert die ganze Familie, inklusive Annies bester Freundin Emma, den Geburtstag von Willi, dem jüngsten Familienmitglied mit einem Picknick am Meer. Doch irgendwas ist anders an Emma – nicht nur, dass ihre Figur sich verändert hat, sie ist auch gar nicht abgeneigt, mit Morgan Freundschaft zu schließen. Und dass, obwohl Morgan Annie keines Blickes würdigt! Und dann will sie auch viel lieber einfach in der Sonne liegen, sodass Annie schließlich mit ihrem älteren Bruder Jakob im Meer schwimmen geht. Dabei entdecken die beiden einen Delphin, der sich in einer Angelschnur verheddert hat und bei der ankommenden Flut sein Blasrohr nicht mehr über Wasser wird halten können. Gleich ist den beiden klar, dass sie helfen müssen – und diese Hilfestellung ändert irgendwie alles.
 
Sommer, Meer, Freundschaft und ein Tier in Nöten – eine solche Mischung hab‘ ich schon ab und zu in den Händen gehabt, ich bin also nicht mit allzu großen Erwartungen an die Lektüre herangegangen. Allerdings hat mich Catherine Hapkas Roman überrascht: Er ist keineswegs nur banales Lesefutter (wobei überhaupt nichts gegen gutes Lesefutter spricht!), sondern eine spannende, gut komponierte, durchaus tiefgründige Geschichte, die ich in jeder Minute Lesezeit genossen habe. So geht das nämlich auch!

Catherine Hapka: „Dolphin Dreams – Ein einzigartiger Sommer“, Loewe Verlag, € 9,95, eBook € 8,99

Spannend!

Die Dinosaurier-Bucht: Das ist doch mal eine ordentliche Adresse für einen Jungen! Jan ist gerade dorthin gezogen, seinen ersten Tag verbringt er gleich am Strand auf der Suche nach Fossilien. Dort läuft ihm Tim über den Weg, er wohnt schon länger in der Bucht und kennt sich darum gut aus. Gemeinsam machen sie sich auf zu einer Höhle, die nur bei Ebbe zu erreichen ist. Ganz am Ende der Höhle entdeckt Jan eine Lücke im Gestein – und schon sind die beiden mitten im größten Dino-Abenteuer, das man sich nur vorstellen kann!
 
Viele Bilder, größere Schrift, Sätze, die nicht allzu lange sind: Es gibt schon gewisse formelle Anforderungen an Lesebücher für fortgeschrittene Erstleser. Wenn dann noch eine spannende Geschichte erzählt wird, und die auch wirklich gut erzählt wird, dann ist das eindeutig eine Empfehlung wert. Außerdem ist „Auf der Fährte des T-Rex“ ein Reihenbeginn dem ein paar Bücher folgen. Fein!

Rex Stone: „Das geheime Dinoversum – Auf der Fährt des T-Rex“, Loewe-Verlag, € 7,95, eBook € 6,99

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