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Lieblinge
Lieblinge des Monats Februar.

Ein neues Kapitel

Er  solle nicht so starren. Wie oft hat Victor das schon gehört – kleinere  Kinder nehmen kein Blatt vor den Mund, wenn sie ihn sehen. Die  Erwachsenen hingegen gucken hin und dann ganz schnell wieder weg; dabei  ist Victor eigentlich ziemlich gutaussehend. Aber seine  Gesichtsmuskulatur ist absolut starr, er kann nur mit den Augen lächeln …  Und das tut er gerade nicht oft, denn seit sein Vater verstorben ist,  ist ihm das Lächeln vergangen. Als der blöde Frank um die Hand der  Mutter anhält, reißt Victor aus. Er trifft mit Baz, Mad, Coco und Zuz  auf eine Gruppe Menschen, die sich blind aufeinander verlassen können.  Die bereit sind, auch anderen zu helfen, wenn sie in Nöten sind. Schon  bald ist Vic ein „neues Kapitel“ im Leben der vier. Doch ist hier jeder  so, wie er sich gibt?
 
Großartige  Charaktere, eine spannende, vielfältige Geschichte und ein packender  Schreibstil: David Arnolds „Herzdenker“ ist ein beeindruckendes Buch. Es  changiert gekonnt zwischen Krimi, Familiengeschichte und  Freundschaftsroman. Und ja, eine zarte Liebesromanze ist auch dabei in  diesem Lieblingsjugendbuch.

David Arnold: „Herzdenker“, Arena Verlag, ISBN 978-3-401-60371-1, HC € 17,00, eBook € 13,99  

Ein ganzes Leben in Notizbüchern

Es war ein schönes Leben in Kabul, trotz dass Madar und Baba von ihren Familien verstoßen worden waren. Es war ein schönes Leben, auch wenn die Brüder sich oft zankten und Samar es nicht so gerne mochte, dass sie immer auf die Kleine aufpassen musste. Als der Krieg näher kam, waren sie geflüchtet, Kabul war nicht sicher für ihre Familie. Doch auch im Dorf am Hindukusch gab es keine Bleibe auf Dauer – nicht nur wegen der Taliban, auch wegen eines gewaltigen Erdrutsches. Und so sitzt Samar im Zug, sie fährt mit ihrer Familie hin und wieder zurück, immer die gleiche Strecke hin und zurück. Dabei wird gelesen, gelernt, gearbeitet und manchmal auch gelacht, besonders, wenn Madar eine ihrer fein gewobenen Geschichten erzählt …

Laura McVeighs Roman über eine Familie mitten im Krieg ist von der ersten Seite an sehr beeindruckend. Das Mädchen Samar, die sie zur Erzählerin macht, hat einen realistischen und doch hoffenden Blick auf die Welt – auch wenn die Drehung, die das Buch in der Mitte nimmt, diese Hoffnung nahezu zunichte macht. Und doch: Wir Leser sehen ganz am Schluss einen zarten Schimmer am Horizont.

Laura McVeigh: „Als die Träume in den Himmel stiegen“, Fischer Verlag, ISBN 978-3-596-29970-6, € 14,99, eBook € 12,99  

Bolls siebter Fall

Am Dienstag, den 6. März 2018 ist die nächste Krimilesung „Mord in der Schöfferstadt“, seit vielen Jahren gibt es diese Reihe als Kooperation zwischen unserer Buchhandlung, der Kreisvolkshochschule und der Schöfferstadt. In diesem Frühjahr haben wir wirklich Glück: Monika Geier hat mit ihrem Krimi „Alles so hell da vorn“ gerade den zweiten Platz beim Deutschen Krimipreis gewonnen. Und zwar aus sehr gutem Grund – ihre Art zu schreiben, die Darstellung der Figuren, die unabsehbaren Wendungen und auch die verschiedenen Handlungsstränge machen das Buch sehr besonders.

Bettina Boll will die ungeliebte, nasskalte Villa verkaufen, die sie von Tante Elfriede geerbt hat. Beim letzten Rundgang vor der offiziellen Besichtigung entdeckt sie eine unbekannte Tür im Keller – doch bevor sie sich wirklich kümmern kann, wird sie zu einem Mord gerufen. Einem Mord in Frankfurt, bei dem sie eigentlich nicht zuständig ist. Allerdings ist das Opfer ihr Ludwigshafener Kollege … Und so ist Boll bald mitten in Ermittlungen über Kinderhandel und Zwangsprostitution. Sie stellt die richtigen Fragen, eckt damit mehr als einmal an, doch am Ende ist sie es, die alle Fäden zusammenführen kann.

Monika Geier: „Alles so hell da vorn“, Ariadne Verlag, € 13,00, eBook € 8,99

Schreibe das Buch

Gedichte sind eine völlig andere Form der Ansprache, als es Prosa ist. Da ist nicht nur jedes einzelne Wort wichtig, sondern auch jeder Umbruch, jede Positionierung, sogar jedes fehlende Wort. Dann kann Lyrik etwas, was Prosa nur mit deutlich mehr Worten gelingt – sie trifft ins Herz.

Rupi Knaur hat ihre Gedichte wohl aus einem inneren Bedürfnis heraus geschrieben, der erste Eintrag lautet „mein herz weckte mich auf letzte nacht – es weinte – wie kann ich helfen, flehte ich – mein herz sprach – schreibe das buch“. Ich bin nach solchen Vorgaben erst einmal vorsichtig, oft genug ist Niedergeschriebenes, das einen schwerwiegenden Anlass hatte, auch schwer zu verdauen und vor allem sprachlich fragwürdig - „Betroffenheitslyrik“ ist kein positiver Begriff. Hier liegt der Fall allerdings anders: Rupi Knaurs Gedichte erzählen von Gewalt gegen Frauen, ohne dass sie mitleidsheischend sind. Sie erzählen von der Vielfältigkeit der Liebe aber auch von den vielen Seiten der gleichen Person. Diese Gedichte sind wortgewaltig und kraftvoll – und sie treffen mitten ins Herz.

Rupi Knaur: „Milch und Honig“, Lago Verlag, ISBN 978-3-95761-173-4, € 14,99

 
Von Kirschendieben und Blümchenkleidern- Eine Erzählung aus der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges
Rezension von unserer Praktikantin Julia Melchior
 
 

,,Es ist das größte Glück der Welt, dass wir hier gelandet sind. Auch wenn es das größte Unglück der Welt ist, das uns hergebracht hat.‘‘ Die Rede ist vom Zweiten Weltkrieg. Denn der ist der Grund, dass Lotte mit ihrer Familie in einem Forsthaus wohnt, obwohl ihr Vater gar kein Förster ist. Und es ist auch der Grund, warum Lehrer Fettig nur noch ein Auge hat und ihr Vetter und ihre Kusine keinen Vater mehr haben. Während dem Krieg zieht Lottes Familie gemeinsam mit Muttis großer Schwester und deren Kindern in das Forsthaus, wo ihr Onkel vor dem Krieg Förster war. Das Leben im Forsthaus ist sehr angenehm, alle verstehen sich gut und das Dorf wurde vom Krieg verschont.
 

Nachdem der Krieg vorbei ist, zieht in die untere Etage des Forsthauses eine neue Försterfamilie und ab sofort ist alles verboten was Lotte und ihren Spielgefährten Spaß macht. Doch die Kinder wissen sich zu wehren und verbringen trotz der grässlichen Försterfamilie einige wundervolle Jahre im Forsthaus, welche ganz besondere Abenteuer beinhalten.
 
 
Verziert mit hochwertigen Illustrationen und in einer leichten Sprache erzählt die Autorin Anke Bär die Geschichte von einer Kindheit in der Nachkriegszeit, inspiriert von Erzählungen ihrer eigenen Familie und Bekannten, die nicht nur für die heutige Generation interessant ist, sondern auch Großeltern und Urgroßeltern dazu anregen kann, sich noch einmal mit der Zeit damals auseinanderzusetzen und ihre eigenen Erinnerungen und Erlebnisse zu teilen. Eine Empfehlung für Groß und Klein.
 

Anke Bär: ,,Kirschendiebe oder als der Krieg vorbei war‘‘, Gerstenberg Verlag

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