Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Lieblinge
Lieblinge des Monats Oktober.

Freiheit ist ein Wort, das niemals schweigt

Der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis wird seit 1991 alle zwei Jahre von der Stadt Osnabrück „für belletristische, journalistische und allgemeinverständliche wissenschaftliche Arbeiten“ verliehen, die „sich mit den Themen ‚innerer und äußerer Frieden‘ auseinandersetzen“. Leitlinie sei dabei das Motto des in Osnabrück geborenen Schriftstellers Erich Maria Remarque „Mein Thema ist der Mensch dieses Jahrhunderts, die Frage der Humanität“, an dessen pazifistisches Engagement damit erinnert wird.
 
Die türkische Schriftstellerin und Essayistin Asli Erdogan hat im September 2017 diesen renommierten Preis entgegennehmen können. Wenn Sie wissen möchten, warum sie die aktuelle Preisträgerin ist, dann sei Ihnen „Nicht einmal das Schweigen gehört uns“ empfohlen: Asli Erdogan findet Worte für die entsetzlichsten Taten und schreibt sie ohne Rücksicht auf ihre eigene Unversehrtheit nieder. Ob es der Besuch in der Fabrik Oskar Schindlers ist, mit dem deutlichen Bezug zu der Verhaftung türkischer Wissenschaftler, oder ihre Beobachtungen bei der Revolution im Juli 2016 in Istanbul, ob es das Wüten der türkischen Armee mit unvorstellbaren Gräueltaten in den Kurdengebieten Anfang 2016 ist oder der Foltertod des Gewerkschafters Süleyman Yeter im Jahr 1999 – jedes Wort ist treffend, jeder Satz eine Mahnung. Nicht nur für die Türkei, sondern für alle Völker dieser Welt.

Alsi Erdogan: „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“, Knaus Verlag, € 17,99, eBook € 13,99

Routiniert gut

Hätte Larissa Winterkorn wie geplant ihren Doktor gemacht, wäre alles anders gekommen; doch stattdessen dolmetscht sie für eine Arbeitsvermittlung auf Fahrten nach Rumänien und Bulgarien. Dort hält ihr eine alte Frau das Foto ihrer in Deutschland verschwundenen Tochter hin – und Larissa, die für ihren Job sowieso nur Unbehagen empfindet, beginnt, diese junge Frau zu suchen. Ingo Bäumler hingegen kann seit seines „Falls“ nicht mehr arbeiten, er leidet an Panikattacken und Depressionen. Als ihm eines Abends sein sehr herber Nachbar zu Hilfe eilt und dessen Hund Rosi seine Zuneigung zu Bäumler entdeckt, entwickelt sich langsam eine Art Gemeinschaft. Bald sind sie allesamt in ein Verbrechen verstrickt, in dem auch der dubiose Wachmann Manfred Kowalski eine Rolle spielt. Doch was läuft hinter den Kulissen eigentlich ab?
 
Auch wenn Frankfurt-Krimi auf dem Titel steht – tatsächlich spielt Ralf Schwobs neuer Roman sowohl in Frankfurt als auch in Groß-Gerau. Und in einem kleinen rumänischen Ort namens Kleinkopisch. Schwob hat auch in seinem sechsten Roman wieder sehr genau beobachtet, die von ihm gezeichneten Figuren sind stimmig, die Abläufe kriminell logisch. Trotz dass schon recht bald alles in eine Richtung zu weisen scheint: So einfach macht der Autor es uns nicht. „Holbeinsteg“ ist ein Roman, der bis zum Schluss durch ungewöhnliche Wendungen besticht.
Ralf Schwob: „Holbeinsteg“, Societäts-Verlag, € 12,80        

Eine einzigartige, rekordverdächtige Erfolgsgeschichte

Wie viele andere Einwanderer auch hat Boris Sidis in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts keinen leichten Stand in Amerika. Allerdings benimmt er sich auch gänzlich ungewöhnlich – sein völliges Fehlen von Respekt gegenüber Vorgesetzten und Hierarchien macht ihn bald arbeitslos und nicht vermittelbar. So gibt er, der Sprach- und überhaupt Hochbegabte bald anderen Migranten Englischunterricht und lernt auf diesem Wege Sarah kennen. Sie zu heiraten erscheint ihm eine gute Idee und als er wenig später die Psychologie für sich entdeckt und Sarah schwanger wird, ist klar, dass er seine Methode der Wissensvermittlung zur Entwicklung eines Genies anwenden wird. Tatsächlich hält Sohn William schon mit 11 Jahren einen vielbeachteten Vortrag über die vierte Dimension und ist danach im Wunderkinder-Programm der Harvard-Universität. Doch ist Wissen und ein makelloser Verstand wirklich alles, was man für ein gelingendes Leben braucht?
 
Was für ein Debut! Klaus Cäsar Zehrer hat mit „Das Genie“ einen der großen Romane des Jahres 2017 geschrieben – seine auf Wahrheiten beruhende Geschichte ist nachvollziehbar, grandios erzählt und beeindruckend. Boris, Sarah und William Sidis wirken so lebendig, so menschlich vielfältig, dass man das Buch nur schwer zur Seite legen kann, und Zehrer wirft Fragen auf, die heute nicht minder relevant sind wie vor hundert Jahren. Eine wirklich lohnende Lektüre!

Klaus Cäsar Zehrer: „Das Genie“, Diogenes Verlag, € 25,00, eBook € 21,99

Sherlock im hier und jetzt …

Drei Selbstmorde. Und die Polizei gibt Pressekonferenzen, in denen sie von einem Zusammenhang spricht. Bei Selbstmorden, wenn die Menschen sich nicht kannten? Die Journalisten jedenfalls bekommen noch während der ermittelnde Beamte redet, eine SMS geschickt, lediglich „Falsch“ ist da zu lesen. Jedoch erst bei der vierten Leiche kommt Sherlock Holmes ins Spiel …
 
Dr. John Watson, Afghanistan-Heimkehrer mit Schussverletzung und Trauma, wird durch Zufall Holmes Mitbewohner. Und kurze Zeit später auch sein Assistent. Schon am ersten Tag ihres Zusammenseins werden sie zum bereits erwähnten vierten Selbstmord gerufen – Sherlock Holmes wäre nicht Sherlock Holmes, wenn er der Angelegenheit nicht auf den Grund käme!
 
Die BBC-Serie „Sherlock“ mit Benedict Cumberbatch ist seit vielen Jahren ein sehr großer Erfolg. Die Idee, den Exzentriker Sherlock Holmes ins Leben von heute zu überführen, ihm alle üblichen technischen Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen und „aktuelle“ Ermittlungen führen zu lassen, ist einfach rundum gelungen! Die Mangareihe (bisher sind zwei Bände erschienen) von Jay folgt der BBC-Serie bis hin zu einzelnen Dialogen und ist dabei graphisch exzellent umgesetzt. Das macht einfach großen Spaß, sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen.

Jay: „Sherlock 1: Ein Fall von Pink“, Carlsen Verlag, € 12,99

Lesevergnügen

Zipfelmaus freut sich auf Ferien – Frau Bienenstich ist tatsächlich einige Wochen weggefahren, und Zipfelmaus will die Zeit im Schaukelstuhl verbringen. Doch kaum hat sie es sich für ein Schläfchen gemütlich gemacht, piepst eine Stimme ganz nah „Ferien“, und, als sich Zipfelmaus irritiert umguckt „Hier“. Nichte Victoria ist zu Besuch gekommen; und ihre Mutter (natürlich) schon schnell wieder verschwunden. Schon ist der erste Ferientag ganz anders als geplant. Am nächsten Morgen zu nachtschlafender Zeit verabschiedet sich Victoria mit „Tschühüüs“ noch bevor Zipfelmaus richtig wach ist. Und da passiert, was nicht passieren darf: Sie schließt Freundschaft mit Daddel, der Katze. Eigentlich kommt das einer Entführung gleich, denn Schwarzekatze, Daddels Freundin, verlangt ein Lösegeld, damit Victoria unbeschadet zurück zu ihrem Onkel kommt!

Bücher mit großer Schrift, reichlich Bildern und kurzen Sätzen sind eine Herausforderung: Einerseits sollen sie für geübte Erstleser gut zu erfassen sein. Und andererseits spannend und unterhaltsam – und gerade das ist mit kurzen Sätzen nur schwer zu erreichen. Uwe Becker kann das! Seine Reihe mit Vorlesebüchern über die Zipfelmaus ist seit diesem Jahr ergänzt um zwei wirklich gelungene Bücher für geübte Erstleser. Und wir freuen uns.

Uwe Becker: „Zipfelmaus und Glitzerkatze“, Südpol-Verlag, € 8,99

unsere Lieblinge
Aktuelles und Termine
Service
Archiv
Allgemeines
Belletristik
Bilderbuch
Fantasy
Historisches
Hörbuch
Jugendbuch
Krimi
Literarisches
Regionales
Sachbuch
Urlaubstipps

Mo - Fr 9.00 - 12.30 und 14.00 - 18.30 Uhr   Sa 9.00 - 13.00 Uhr | info@buchhandlung-bornhofen.de
© 2001-2017 Buchhandlung und Verlag Bornhofen | Tel +49 6258 4242 | Fax +49 6258 51777
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü