Jugendbuch 2023 - 2022 - Buchhandlung und Verlag Bornhofen in Gernsheim am Rhein

Homesymbol

Öffnungszeiten: DI-FR 09:00 - 12:30 | MO-FR 14:00 - 18:30 | SA 09:00 - 13:00 | FON 06258 4242 | FAX 06258 51777 | MESSENGER 0170 234 2006Nutzen Sie unseren Lieferservice und "enttummeln" Sie den Laden. Wir liefern aktuell mehrmals die Woche zu Ihnen nach Hause

Kopfzeilesymbole
Newsletter     Hilfe        tolino Webreader         Öffnungszeiten          Wunschliste           Login / Mein Konto
Stickyhomesymbol
Direkt zum Seiteninhalt
Unsere Jugendbuch-Lieblinge in 2021:
Praktikant Jonas empfiehlt - Alexandra Bracken: Lore

Einst verrieten neun der altgriechischen Götter Zeus und er verbannte sie. Nun müssen sie alle sieben Jahre beweisen, dass sie ihre Unsterblichkeit verdienen, denn während einer Woche verlieren sie diese. Darauf werden sie von den Nachkommen der alten Helden aus den Sagen gejagt, die nun eingeschworene Familienclans sind. Diese sind selbst in modernen Zeiten noch aktiv. Und sie besitzen gewaltige Macht, denn wenn sie einen Gott töten, erhält dessen Mörder die Kräfte und die Unsterblichkeit des Gottes bis zu dem nächsten Agon, wenn die Jagd wieder beginnt. Lore, die letzte sterbliche Nachkommin des Perseus, will mit alldem eigentlich nichts mehr zu tun haben. Doch als der neue Ares, Aristos Kadmou, der einst ihre Familie ermorden ließ, einen finsteren Plan fasst muss sie mit der schwer verletzten Athene einen Pakt schließen. Nun ist sie gezwungen wieder in die Welt eindringen, die sie hinter sich lassen wollte.

Alexandra Bracken nutzt in ihrem Roman die antiken griechischen Sagen als solide Grundlage und verdreht dabei keine der Sagen. Schon die Grundidee des Romans, mit den von Zeus sterblich gemachten Göttern, ist im Rahmen der Sagen nicht unrealistisch. Sogar die auf den ersten Seiten gezeigten Wappen bzw. Zeichen der Häuser sind nie zufällig. Die Anspielungen auf manche der Geschichten werden die Fans altgriechischer Sagen nicht nur aufgrund ihrer Korrektheit mögen, sondern an manchen Stellen auch über Witze schmunzeln. Doch die gute Erzählart und die Spannung durch die Ungewissheit wem die Hauptfigur trauen kann, werden auch Menschen, die eigentlich keine Sagenfans sind, schnell zum Weiterlesen bewegen.

Arena Verlag, Übersetzung: Sabine Schilasky, 978-3-401-60638-5, € 22,00

Doan Bui / Leslie Plée: Glauben Sie an die Wahrheit?

Fake News sind laut Duden „in den Medien und im Internet, besonders in sozialen Netzwerken, in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen“. Nur: Woran erkennt man sie? Und: Warum ist es so schwer, ihnen überhaupt zu entgehen? Dem geht Doan Bui in dieser Graphic Novel auf den Grund. Sie beginnt damit, überhaupt zu erklären, was Journalismus bedeutet, wie wichtig Recherche ist – aber auch, wie schwierig es manchmal ist, sich mit Menschen auseinanderzusetzen, die die erstaunlichsten Dinge für wahr ansehen.

Die Reise in die Abgründe der Fake News beginnt in einer Kleinstadt in der Nähe von New York, die Sandy Hook heißt. Dort kamen im Dezember 2012 zwanzig Kinder im Alter von sechs bis acht Jahren sowie sechs Erwachsene durch einen Amoklauf ums Leben – eine entsetzliche Tat, die aber von den „Truthern“ verleugnet wird. Die „Truther“ behaupten, dass es gar keinen Amoklauf gegeben hat, sondern Schauspieler das gespielt haben, denn Barak Obama (der damalige Präsident) bräuchte einen Grund, die Waffengesetze zu verschärfen (stark vereinfacht, darauf läuft es aber hinaus). Jetzt könnte man sagen, es ist doch egal, was eine relativ kleine Gruppe von Menschen sagt. Aber: Mit Hilfe des Internets gelang es ihnen, diese angebliche Wahrheit so intensiv zu verbreiten, dass es wirklich schwierig wurde, Wahrheit und Lüge zu trennen. Wenn die ersten zwanzig Einträge in google von einem Schauspiel reden, bleibt doch hängen, dass da was Wahres dran sein könnte. Doan Bui nimmt uns dann weiter mit zu Flat-Earthern, den Erfindern der Algorithmen, zu Fake-New-Fabriken und irgendwann natürlich auch zu Donald Trump. Sie zeigt dabei sehr genau auf, wie die Systeme dahinter funktionieren – das ist wichtig, um zu verhindern, dass sie freien Einfluss auf die Politik haben. Leslie Plée Illustrationen passen hervorragend zum Text und sorgen dafür, dass dieser „Comic zur Förderung der geistigen Gesundheit“ (O-Ton Carlsen-Verlag) schon für Menschen ab 12 Jahren verständlich ist.

Carlsen Verlag, Übersetzung: Christiane Bartelsen, 978-3-551-72329-1, € 22,00
Verena Friederike Hasel: Eine Linie ist ein Punkt, der spazieren geht

Alles, was du in der Schule nicht lernst – so lautet der Untertitel dieses Buches. Und tatsächlich ist genau solches Wissen auch darin: Wie und warum man Glücksmomente sammeln kann. Warum es lohnt, Worte nicht verschwinden zu lassen. Wieso eine Art Bürouniform hilfreich ist. Aber auch, wo Henderson Island liegt und warum diese Insel wichtig ist. Und noch sehr viel mehr Fragen und Anregungen, die weit über das Schulwissen hinausgehen, aber sehr wichtig fürs Leben sind. Wohlweislich: Anregungen, aber keine oder nur wenige Antworten, auch das macht dieses Buch so reizvoll.

Verena Friederike Hasel erzählt Geschichten, stellt im Anschluss Fragen und macht sehr konkrete Vorschläge zum eigenen Handeln. Schon die Geschichten sind abenteuerlich, interessant und oft witzig, die Fragen dazu ebenso. Und die Vorschläge sind so griffig und vielfältig, dass es eine Freude ist. Im Grunde ist „Eine Linie ist ein Punkt, der spazieren geht“ eine Anleitung zum Glücklichsein. Ich finde, dass können sowohl Teenager (für die das Buch gedacht ist) als auch Erwachsene sehr, sehr gut gebrauchen.

Verlag Kein & Aber, Illustrationen: Alice Mollon, 978-3-0369-5867-5, € 23,00
Zurück zum Seiteninhalt