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Unsere Historien-Empfehlungen in 2015:




Deutschland unterm Hakenkreuz
 
Das ist der Untertitel unserer Hörbuchempfehlung für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene, man könnte sie auch gut im Geschichtsunterricht verwenden. Denn sie beschreibt in vielen und vielfältigen Geschichten die damalige Zeit. Die Produktion beginnt bereits im Jahr 1923 mit entscheidenden Weichenstellungen in der Politik und zeigt dann in groben Zügen die Entwicklung bis 1933. Ab der Machtübernahme Hitlers wird jedem Jahr ein faktenreiches eigenes Kapitel gewidmet. Sehr besonders wird das Gehörte durch die vielen Geschichten über völlig unterschiedliche Menschen - in ungewöhnlicher Art präsentierte gelebte Geschichte, eher sachlich vorgelesen. Und gerade dadurch schwer beeindruckend.   
 
Carola Stern / Ingke Brodersen: „Eine Erdbeere für Hitler“, Igel Records, € 39,99  

Nicht aktuell?
 
Neun Jungs sind sie, der schlaue Jonny ist der Chef. Doch sie lassen sich auf der Straße nie zusammen blicken, sie erwecken zu viel Aufsehen. Und das können sie sich nicht leisten: allesamt sind sie der Fürsorgeanstalt entlaufen, haben keine Papiere, müssen ständig auf der Hut sein, nicht zurück gebracht zu werden, in das sie systematisch zerstörende System. Unter ihnen sind Willy und Ludwig – und diesen beiden gefällt es gar nicht, wie Kriminalität und Prostitution stets zunehmen in der Bande. Sie versuchen, auszusteigen …
Der kleine große Roman von Ernst Haffner ist runde 80 Jahre alt, hatte bei Erscheinen eine grandiose Presse, zwei Jahre danach loderte er bei der Bücherverbrennung im Feuer: „Blutsbrüder“ ist die erstaunlich realistische Geschichte einer Jungenclique im Berlin zur Zeit der großen Wirtschaftskrise. Haffner, Journalist und wohl auch Sozialarbeiter, begegnet seinen „Helden“ ohne falsches Mitgefühl und auf Augenhöhe, er beschreibt detailliert ihren Alltag ohne ihr (Fehl-)Verhalten zu beurteilen – es ist ein erstaunliches Buch, dass auch heutzutage die Sinne schärfen kann für brisante Themen und (un)soziales Miteinander.
 
Ernst Haffner: „Blutsbrüder“, Aufbau Verlag, € 9,99, eBook € 7,99, geb € 19,99, Hörbuch € 19,99


Familie Bennet, Mr. Bingley und Mr. Darcy
 
Sie haben völlig Recht, wenn Ihnen die Namen bekannt vorkommen! Es sind die bekannten Personen aus Jane Austens „Stolz und Vorurteil“. Allerdings lernen Sie sie in Jo Bakers ungewöhnlichem Roman von einer ganz eigenen Seite kennen: mit dem Dienstbotenblick. Und da ist das Leben im Hause Bennet kein Zuckerschlecken. Während die Eheleute Bennet versuchen, ihre fünf Töchter unter die Haube zu bekommen, haben das Ehepaar Hill, die junge Polly und das Dienstmädchen Sarah alle Hände voll zu tun: mit der schmutzigen Wäsche, Holzfeuer und frischgeschlachteten Tieren, aber auch mit dem Vorbereiten des Dinners und dem Ankleiden der Damen des Hauses. Alles scheint unabänderlich und in geregelten Bahnen. Doch dann kommt, woher auch immer, ein neuer Butler ins Haus. Und er bleibt nicht der einzige interessante Mann in Sarahs Nähe …
 
Jo Baker: „Im Hause Longbourn.“, Knaus Verlag, € 19,99, eBook € 15,99

Nur eine Liebesgeschichte …
 
Zumindest scheint der Verlag dieses Buch so zu sehen – der dort verfasste Klappentext spricht vor allem von der Liebe des besitzlosen Küchenjungen John Saturnall zu Lady Lucretia, Tochter seines Herrn. Tatsächlich ist Lawrence Norfolks Roman sehr viel mehr: ein bildreicher Roman über das Leben im 17. Jahrhundert, eine Parabel über Fanatismus, ein erstaunliches Kochbuch, ein kleines Sprachfest.
Schwarze Haare und Augen, wo die anderen braunhaarig und blauäugig sind, eine Mutter, die kräuterkundig ist und als Hexe verschrien: John Saturnalls Kinder- und Jugendjahre sind alles andere als einfach. Schließlich müssen sie fliehen – und in den wenigen Wochen, die seiner Mutter noch verbleiben, lehrt sie ihn, ein Festmahl zu kochen. Es ist fast ein Wunder, dass John dem Mob entkommt und Einlass in die Küche des Gutes Buckland findet. Dass er bald als bedeutendster Koch des Jahrhunderts gefeiert wird, liegt allerdings an seinem großen Können mit Aromen zu spielen. Ach ja. Und dann war da auch noch die Liebesgeschichte und sein Aufstieg an den Königshof. Aber das können Sie ja auch im Klappentext nachlesen.
 
Lawrence Norfolk: „Das Festmahl des John Saturnall.“ Btb



Unsere Historien-Empfehlungen in 2014:





Englische Geschichte

Als König Edward III im Jahr 1377 verstarb, war sein ältester Sohn und Thronfolger Edward bereits tot. Doch erst drei Generationen später, der schwächliche Henry VI saß auf dem Thron, hatte das Folgen: weil Henry, um einen neuerlichen Krieg mit Frankreich zu vermeiden, Margaret von Anjou heiratete und außerdem Gebiete an Frankreich abgeben musste, sahen die anderen Nachkommen von Edward III ihre Chance gekommen und machten Henry VI, der nicht in gerade Linie von Edward (dem Sohn) abstammte, den Thron streitig. Dreißig Jahre Bürgerkrieg, die „Rosenkriege", folgten.
Conn Iggulden, ehemals Professor für Geschichte, beschreibt die Ränke und Schlachten in diesem ersten von mehreren Teilen mit großem Können, er hat auch keine Scheu vor brutalen Szenen. Doch gleichzeitig kommt immer wieder ein hintergründiger Witz zum Vorschein, der uns Leser bei der Stange hält. Auch wenn das Thema alles andere als neu ist.
Conn Iggulden: „Die Rosenkriege – Sturmvogel.",     
Heyne Verlag, € 9,99, eBook € 8,99
  


Historisch belegt

Ende des 11. Jahrhunderts bestand Wales aus mehreren kleinen, untereinander verfeindeten Fürstentümern. Genau das machte es den Normannen relativ leicht, dort Fuß zu fassen. Und genau auf dieser historischen Wirklichkeit basiert Sabrina Qunajs opulenter, historischer Roman; ihre Hauptfigur Nesta hält uns Leser über fast 700 Seiten völlig in ihrem Bann.
Nesta, Tochter des westwalisischen Fürsten von Deheubarth, ist erst acht, als ihre Eltern von den Normannen getötet werden und sie mit ihrem jüngeren Bruder in Gefangenschaft gerät. Nur der ältere Bruder Gruffydd kann fliehen. Sie wächst zu einer Schönheit heran und wird blutjung zur Mätresse von König Henry I. Doch bereits nach wenigen Jahren verheiratet dieser sie mit dem verhassten Gerald de Windsor, der in Wales für Ruhe sorgen soll – und wie könnte er das besser als mit einer walisischen Ehefrau an seiner Seite? Allerdings sind die Fürsten in Wales nach wie vor völlig unberechenbar. Und Gruffydd weiterhin rechtmäßiger Erbe …
Sabrina Qunaj: „Die Tochter des letzten Königs",
Goldmann Verlag, € 9,99, eBook € 8,99



Zeiten des Wandels.

Im 17. Jahrhundert verbot König Ludwig XIII das Tragen von Spitze – aus dem einfachen Grund, weil diese fast ausschließlich im Ausland, nämlich in Flandern, hergestellt wurde und er verhindern wollte, dass französisches Geld in besagtes Ausland floss. Sein Verbot führt innerhalb kürzester Zeit zu horrenden Preisen und einer regen Schmuggeltätigkeit.
Iris Anthony macht aus den historischen Fakten einen mitreißenden, hochinteressanten Roman: sie erzählt von der Spitzenklöpplerin Katharina und den menschenunwürdigen Arbeitsumständen, die Katharina in jungen Jahren erblinden lassen. Und von Lisette und Alexandre, die einem Grafen Bestechungs-Spitze zukommen lassen müssen. Vom Grafen selbst und dessen Vater, der seinen Sohn enterben will. Anthony erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven, die ineinander verwoben sind, wie die Spitze um die es geht und mit einem sehr feinen Gespür für Sprache. Sehr lesenswert!
Iris Anthony: „Die Blüten der Freiheit." Droemer Verlag, € 19,99, eBook € 17,99 



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