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Archiv > Literarisches



unsere Literarischen-Empfehlungen in 2015:


von lustig bis böse
 
Inhalt: 
„Wenn du noch etwas Sonne erbst   vom warmen Sommer, lieber Herbst,
dann haben wir dich durchaus gern.   Kommst du uns nasskalt, bleib uns fern!“
Natürlich gibt es auch für die anderen Jahreszeiten einen Vierzeiler in diesem schmalen Band mit den herrlich verquasten Gedichten. Ob Werner Färber sich Wetter, Klima, Jahreszeiten annimmt oder Agenturmeldungen „bereimt“ – wir Leser können sicher sein, dass seine Texte oft hintergründig und immer humorvoll sind. Einer unserer Lieblinge ist natürlich „Der Buchhändler“, aber auch die abgeschlossenen Kurzkrimis sind die reine (ziemlich hinterhältige) Freude.

Warum lesen? 
Werner Färber ist im Hauptberuf Autor von Kinderbüchern, besonders bei den Erstlesebüchern sind recht viele zu finden, die seiner Feder entstammen. Daneben steht er, mit den Gedichten dieses Buches, auf der Bühne – irgendwo braucht wohl auch die Ironie ihren Raum. Zu unserem Glück …
 
Werner Färber: „Ungereimtheiten von fies bis böse“, Ungereimtheiten Verlag, € 12,00  

Lebenslange Freundschaft
 
Inhalt: Als sie jung sind, ist ihre Freundschaft zwanglos und unmittelbar. Später leben sie sich ein wenig auseinander – die Lebenssituationen sind sehr unterschiedlich – und im Alter gründen sie, entgegen allen Argwohns, auch des eigenen, eine WG. Sie wollen so selbstbestimmt altern und sterben, wie sie gelebt haben. Und so erzählt Carl, der einzige von ihnen, dessen Leben nicht von Wohlstand und Erfolg geprägt war, von ihrem ungewöhnlichen Zusammenleben. Von der anfänglichen Begeisterung keine Rücksichten mehr nehmen zu müssen, vom späteren abhängig werden von Hilfsmitteln und Personal bis hin zum „Todesengelprogramm“.
Warum lesen: Christoph Poschenrieders Roman beschönigt nichts, er zeichnet nicht weich – und trotzdem macht er Mut. Mut zum Älterwerden, Mut zum Beschreiten eines eigenen Weges. Mut zur Freundschaft und zu offenen Worten. Dabei vermag er uns Leser genauso oft zum Lachen zu bewegen wie zum Nachdenken. Von all dem abgesehen erzählt er eine wirklich gute Geschichte!
 
Christoph Poschenrieder: „Mauersegler“, Diogenes Verlag, geb. € 22,00, eBook € 18,99

Eine bewegende Biografie
 
Inhalt: David Foenkinos ist, als er zum ersten Mal Charlotte Salomons Zyklus „Leben? Oder Theater?“ sieht, unglaublich fasziniert – die fast 800 Blätter zählende Bildfolge mit Texten erzählt deren Leben in einzigartiger, unmittelbarer Weise. 1916 als einziges Kind eines wissenschaftlich arbeitenden Arztes und seiner depressiven Frau geboren, findet sie nur auf Umwegen und mit Hilfe der Stiefmutter in ein halbwegs normales Leben. 1933, mit der Machtergreifung Hitlers, ist das jedoch vorbei und einer langen Reihe von Schikanen folgt schließlich die Flucht nach Südfrankreich. Doch auch hier gibt es kein Überleben für jüdische Menschen.
Warum lesen? Foenkinos Faszination ist ansteckend! Ihm gelingt es, die Gefühlswelt „seiner“ Charlotte in Worte zu fassen und damit uns Leser in Bann zu ziehen. Dabei ist sein Stil sehr besonders, er lässt jeden einzelnen (kurzen) Satz wirken. Das ist hochinteressant als Biografie (Foenkinos hat aufwändig recherchiert!), begeisternd als Roman und beeindruckend zeitlos.
 
David Foenkinos: „Charlotte“, DVA, geb. € 17,99, Hörbuch € 17,99, eBook € 13,99 
 
Wieder da …
 
„Übersetzt von Hans Fallada“ – wenn das auf einem Buch steht, kann es kein neues Buch sein. Da die Geschichten von Clarence Day aber schon seit Jahrzehnten nicht mehr verfügbar waren und der Aufbau-Verlag sie nun in einem ganz wunderbaren Leinenbändchen wieder aufgelegt hat, finden wir, dass sie eben doch als Neuerscheinung gelten!
Clarence Day beschreibt (autobiographisch) das Leben in einer wohlsituierten New Yorker Familie im ausgehenden 19. Jahrhundert, es sind kurze Episoden in deren Mittelpunkt der Vater, Börsenmakler Clarence Day Senior steht. Eigentlich kein besonders interessantes Thema, Familienleben in Kurzgeschichten. Aber bei Day ist das alles großes Kino: seine Beschreibungen der kleinen und großen Ereignisse, des Alltags sind erfrischend und sehr humorvoll, die auftretenden Personen sehr lebendig gezeichnet. Eine wirklich vergnügliche Lektüre!
 
Clarence Day: „Unser Herr Vater“, Aufbau Verlag, € 16,95 

Eine Reise in die Vergangenheit
 
Es ist der Sommer des Jahres 2013, der Autor und Journalist Friedrich Dönhoff ist mit seinem Freund Jerry Rosenstein unterwegs, er möchte dessen Lebensgeschichte veröffentlichen: Rosenstein wurde im Mai 1927 in Bensheim geboren und hat hier seine Kindheit verbracht. Mitte der dreißiger Jahre flüchtete die Familie nach Amsterdam, das Leben in der Heimatstadt war zu gefährlich geworden. Als Hitlers Truppen 1940 nach Holland einmarschierten, gab es keine Möglichkeit mehr, nach Amerika zu fliehen. Gemeinsam mit den Eltern verschleppten die Nazis Jerry nach Theresienstadt, danach nach Auschwitz und Blechhammer. Jerry Rosenstein hat alles erlebt – seine Beschreibungen des „Lebens“ dort mit all seinen Grausamkeiten, den erbarmungslosen Nazischergen und den sich jedes Gefühl verbietenden Mitgefangenen sind eher zurückgenommen und doch deutlich. Der Kontrast zum heutigen Alltag, der durch Dönhoffs Erzählweise entsteht, hält die Erlebnisse auf Abstand, so wie Jerry Rosenstein sie auf Abstand hielt und hält, um zu überleben. Eigentlich gehört das Buch (gelesen!) in jedes Bücherregal.
 
Friedrich Dönhoff: „Ein gutes Leben ist die beste Antwort.“, Diogenes Verlag, € 19,90, eBook € 17,99

Familiengeheimnisse
 
Fast fünfzig Jahre lebt Anna schon in der kleinen Stadt in Minnesota, sie kennt die Gepflogenheiten, kocht die ortsüblichen Gerichte, hat ihre Tochter Trudy hier großgezogen – doch angekommen ist sie nie. Als die beiden nach der Beerdigung des Ehemanns bzw. Stiefvaters zum Leichenschmaus einladen, kommt kein Nachbar. Anna reagiert mit stoischer Ruhe, das ist seit Jahren ihr einziger Schutz gegen die Anfeindungen und die Unterstellung, eine Nazikollaborateurin gewesen zu sein. Nach einem Unfall ist bald klar, dass Anna nicht in dem einsamen Farmhaus wohnen bleiben kann und die Unterbringung im Pflegeheim ist auch keine gute Lösung. Mühsam müssen sie sich arrangieren. Doch wie soll das für Trudy möglich sein, mit dem Verdacht, dass die Nachbarn Recht haben?
Zehn Jahre hat Jenna Blums Roman gebraucht, um ins Deutsche übersetzt zu werden. Dabei ist das Thema immer aktuell und Blums Umsetzung hervorragend - auf zwei Zeitebenen erzählt sie Annas Geschichte, ohne dabei die üblichen Klischees zu bedienen.
 
Jenna Blum: „Die uns lieben“, Aufbau Verlag, € 19,99, eBook € 15,99
Nicht aktuell?
 
Neun Jungs sind sie, der schlaue Jonny ist der Chef. Doch sie lassen sich auf der Straße nie zusammen blicken, sie erwecken zu viel Aufsehen. Und das können sie sich nicht leisten: allesamt sind sie der Fürsorgeanstalt entlaufen, haben keine Papiere, müssen ständig auf der Hut sein, nicht zurück gebracht zu werden, in das sie systematisch zerstörende System. Unter ihnen sind Willy und Ludwig – und diesen beiden gefällt es gar nicht, wie Kriminalität und Prostitution stets zunehmen in der Bande. Sie versuchen, auszusteigen …
Der kleine große Roman von Ernst Haffner ist runde 80 Jahre alt, hatte bei Erscheinen eine grandiose Presse, zwei Jahre danach loderte er bei der Bücherverbrennung im Feuer: „Blutsbrüder“ ist die erstaunlich realistische Geschichte einer Jungenclique im Berlin zur Zeit der großen Wirtschaftskrise. Haffner, Journalist und wohl auch Sozialarbeiter, begegnet seinen „Helden“ ohne falsches Mitgefühl und auf Augenhöhe, er beschreibt detailliert ihren Alltag ohne ihr (Fehl-)Verhalten zu beurteilen – es ist ein erstaunliches Buch, dass auch heutzutage die Sinne schärfen kann für brisante Themen und (un)soziales Miteinander.
 
Ernst Haffner: „Blutsbrüder“, Aufbau Verlag, € 9,99, eBook € 7,99, geb € 19,99, Hörbuch € 19,99


 
Lesen und (vor)lesen lassen
 
Mögen Sie Eulen? Im Augenblick gibt es sie ja an „jeder Ecke“, und wir Gernsheimer sind da sowieso leicht zu überzeugen. David Sedaris hat vor Jahren in einem unbedachten Augenblick mal gesagt, dass er Eulen sehr mag – und schon flogen sie ihm zu, als Untersetzer und Serviette, gehäkelt und gemalt. Das ist eigentlich nicht weiter bemerkenswert, wenn Sedaris daraus nicht eine seiner Kurzgeschichten gewoben hätte; mitten aus dem Leben gegriffen schreibt er und steht doch auf eigentümliche und sehr komische Weise über den Dingen. Dabei schont er sich selbst nicht, seine Figuren sind oft genug biografisch und was er erlebt ist keineswegs immer aus sich selbst heraus unterhaltsam. Seine Geschichten sind es, bei aller Tragik, aber in jedem Fall.
 
David Sedaris: „Sprechen wir über Eulen – und Diabetes“, Goldmann Verlag



unsere Literarischen-Empfehlungen in 2014:


Endlich als Taschenbuch
 
Er stand monatelang, völlig zu Recht, auf der Bestsellerliste: der über fast fünfzig Jahre wenig beachtete große Roman des Literaturprofessors John Williams. Ein Roman, der Zeitgeschichte aufs feinste mit einer erstaunlichen Hauptfigur zu verbinden weiß, so geradlinig wie gefühlvoll.
William Stoners Leben scheint absehbar: noch keine zwanzig Jahre alt ist er schon so in das arbeitsintensive Farmleben der Eltern integriert, dass er sich kein anderes Leben vorstellen kann. Als der Viehhändler den Vater von den Vorteilen eines Argrarstudiums überzeugt, geht Stoner nur unwillig an die Universität von Missouri. Doch ein Einführungskurs in die englische Literatur verändert sein Leben, er entdeckt die Schönheit der Sprache und der Welt für sich. Ohne Rücksprache mit den Eltern zu nehmen, wechselt er den Studiengang. Er verweigert sich dem ersten Weltkrieg, wird Dozent für Literatur, verliebt sich, heiratet, wird Vater, führt keine glückliche Ehe obwohl er seine Frau liebt – all das erfahren wir Leser aus Stoners Blickwinkel, wir sind mittendrin. Mittendrin in großer Literatur.
 
John Williams: „Stoner“, dtv, € 9,99, eBook € 7,99


Ein (globaler!) finnischer Gesellschaftsroman

Ist eine Ehe schon zu Ende, nur weil man sich wenig zu sagen und kaum Sex hat? Oder wenn es keine gemeinsamen Interessen mehr gibt? Max und Katriina fühlen sich eigentlich nicht so, als wäre alles vorbei. Und doch driften sie stetig auseinander. Auch die Töchter Helen und Eva, die eine Hausfrau und Mutter, die andere eine Art Dauerstudentin, sind in ihrem Leben nicht so recht zu Hause. Über den Winter hinweg ändert sich alles – sie alle werden hin- und hergerissen zwischen dem Streben nach Unabhängigkeit und der Sehnsucht nach Sicherheit.
Philip Teir hat bisher Gedichte und Kurzgeschichten geschrieben, er ist Journalist und Herausgeber von Anthologien. Mit seinem Debutroman „Winterkrieg" bestätigt er, was das Feuilleton schon bei seinen ersten Veröffentlichungen intonierte: er ist einer der besten Nachwuchsautoren Finnlands.
Philip Teir: „Winterkrieg",
Blessing-Verlag, € 19,99, eBook € 15,99


Sehr genau beobachtet …

Montagmorgen, 6 Uhr 41: Cécile ist unausgeschlafen, das Wochenende war unerquicklich. Warum sie nicht schon am Abend vorher zurück nach Paris gereist ist, weiß sie selbst nicht – obwohl ihre Eltern ständig auf ihren Besuch drängen, war ihnen das ganze Wochenende unausgesprochen doch zu viel. Philippe hingegen ist auf dem Weg zu seinem besten Freund, und er setzt sich auf den einzig noch freien Platz, den neben Cécile. Mit Schrecken erkennen sich die beiden: vor 27 Jahren waren sie ein Paar. Und nun wissen sie nicht, ob sie so tun sollen, als wären sie Unbekannte …
Ein schmales, sprachlich aber großes Buch, zwei sehr fein beschriebene Charaktere, die nicht nur angenehm sind, reichlich Innensicht ohne im Geringsten langweilig zu sein: Jean-Philippe Blondels „6 Uhr 41" mögen wir schon sehr gerne!
Jean-Philippe Blondel: „6 Uhr 41", Deuticke Verlag, € 16,90, eBook € 12,99  


Ich habe Zeit.

Eigentlich schon eine Binsenweisheit: „Zeit hat man nur, wenn man sie sich nimmt". Und damit nicht genug, auch „Das Glück findet man nur im Hier und Jetzt." ist eine Tatsache, die man nicht verrücken kann. Trotzdem gelingt es nicht oft, Zeit zu haben oder glücklich zu sein. Dabei wissen wir eigentlich auch, dass wir, mit allem Fleiß und Ehrgeiz den wir haben, nie fertig werden – kaum ist eine Sache erledigt, steht die nächste an. Der Schreibtisch ist leer aber die Hemden noch ungebügelt. Die Telefonate geführt aber der Balkon noch unbepflanzt.
Rosalie Tavernier regt uns dazu an, die Welt immer einmal anzuhalten, Zeit zu haben. Nicht mit großen Worten, sondern mit einfachen Vorschlägen. „Manchmal muß man sich einfach nur auf eine Parkbank setzen, um den Wirren der Welt zu entgehen. Ein Freiraum am Wegesrand, von dem aus man das Leben aus angenehmer Entfernung betrachtet."

Rosalie Tavernier: „Manchmal muß man einfach nur ans Meer fahren um glücklich zu sein." Thiele Verlag, € 10,00



Literatur-Comic oder Comic-Literatur??

Was wäre, wenn Goethes Faust im Hier und Jetzt spielte? Darüber hat Comic-Autor und –Zeichner Flix wohl ausgiebig nachgedacht: Faust wäre Taxifahrer (mehrere Studiengänge, außerdem der tägliche, ungefilterte Kontakt mit Menschen), Mephisto Coach („Vertraue mir!") und Gretchen muslimische Anwaltsgehilfin mit strenggläubiger Familie; Gottes Arbeitsplatz wäre direkt neben dem von Allah, seine Anhängerzahlen sinkend und er darum etwas mit den Nerven runter.
Genauso hat Flix es denn auch umgesetzt – und das ist großartig anzusehen und köstlich zu lesen. Dabei tritt die Kernfrage „Was ist das Böse und wie tritt es in die Welt" gegenüber dem Original ein wenig in den Hintergrund. Dafür werden aktuelle Fragen aufgeworfen, zum Beispiel die des Miteinanders der Kulturen. Und das war ja zu Goethes Zeit eher noch kein Thema.

Flix: „Faust – Der Tragödie erster Teil.", Carlsen Verlag, € 7,99  


Zum Verschenken oder Selbst-dran-freuen

„Im Galarock des heiteren Verschwenders, - ein Blumenzepter in der schmalen Hand, - fährt nun der Mai, der Mozart des Kalenders, - aus seiner Kutsche grüßend, über Land." (Erich Kästner: Der Mai)
Der ein oder andere weiß es – ich (L. Bornhofen) mag Gedichte ausgesprochen gerne. Ein fein bereitetes Gedicht schafft es mit wenigen Worten, die gewünschte Stimmung zu erzeugen, oft werden dafür Bilder verwendet, die in Prosa unpassend wären. Im Gedicht hingegen sind sie eine Freude! Hierfür ist die oben zitierte erste Strophe von Erich Kästners „Der Mai" ein schönes Beispiel; jede andere der fünf hätte allerdings genauso gut gepasst … Der Reclam Verlag hat seit diesem Jahr sehr hübsch gestaltete Gedichtbände im Sortiment, zwölf an der Zahl, für jeden Monat einen. Können wir nur empfehlen!

„Mai. Gedichte.", Reclam Verlag, € 5,00
 


Ein großer Wurf.

Toni Morrison, Literaturnobelpreisträgerin von 1993, widmet sich auch in ihrem neuen Buch, dem großen Thema ihres Autorenlebens: dem Alltag der Afroamerikaner. „Heimkehr" spielt Anfang der fünfziger Jahre – in poetischer Sprache verfasst und doch sehr real, mit einem reichen Themenschatz und doch nicht überladen.
Da ist Frank, der zwar körperlich heil aus Korea zurückgekommen ist, dessen Kriegstrauma ihm aber ein normales Leben unmöglich macht. Auch die große Liebe zu Lily rettet ihn nicht, weder vor den schrecklichen Bildern seiner Erinnerung noch vor zu hohem Alkoholkonsum. Und da ist Cee, Franks jüngere Schwester, die auf der Suche nach einer auskömmlichen Arbeitsstelle gutgläubig den falschen Posten annimmt. Es ist fast zu spät, ihr Leben hängt am seidenen Faden, als Frank, der ihrem Hilferuf sofort gefolgt ist, bei ihr eintrifft. Er bringt sie zurück ins Dorf ihrer Kindheit – doch erst als sie sich den Geistern der Vergangenheit stellen, kann ein gutes Leben beginnen …

Toni Morrison: „Heimkehr.", Rowohlt Verlag, € 18,95


Eine Freude.

Bei dieser kleinen Reihe im Prestel Verlag stimmt einfach alles, die Auswahl der Gedichte und Bilder, die Zusammenstellung derselben, aber auch die Haptik des Einbandes, die Größe, die Papierqualität. Auch wenn wir das Adjektiv „liebevoll" nur ungern nutzen (Bilderbuchverlage verwenden es inflationär) – hier passt es bestens, denn die Bücher sind wirklich liebevoll und mit großem Sinn fürs Detail gemacht. Ob Eichendorffs „Mondnacht" fast in van Goghs „Sternennacht über der Rhone" zu finden ist, oder Goethes „Der König und der Floh" neben Longhis „Im Ankleidezimmer", das Beieinander ist klug gewählt: so verändert das Lesen des Gedichtes den Blick aufs Bild und das Gemälde verwandelt den Tonfall der Poesie. Alles zusammen ist eine uneingeschränkte Freude.

Christine Knödler: „Mal deine Wünsche in den Himmel.", Prestel Verlag, € 19,95  


Eine Suche.

Philipp ist irgendwie nicht richtig angekommen im Leben. Die Einliegerwohnung im elterlichen Haus ist bequem, die Aushilfsjobs, mit denen er sich über Wasser hält, eher langweilig, ein Studium (was denn?) in die Ferne gerückt. Einerseits mag er sein Leben, andererseits fühlt er sich nur richtig wohl, wenn er zeichnet. Eines Tages bekommt er die Chance, ein Jugendsachbuch über Astronomie zu illustrieren – Grund genug, sich immer tiefer mit dem Thema Sternenkunde zu befassen. In einer Sternwarte lernt er Tom kennen, der davon besessen ist, einen Kometen zu entdecken. Aus der zufälligen Begegnung wächst eine ungewöhnliche Freundschaft, und bald sind die beiden in den Vereinigten Staaten gemeinsam auf der Suche nach den Sternen.
Marc Deckerts Debüt ist eine fein erzählte Mischung: teils Road Movie, teils Coming-of-Age-Roman, dazu faktenreich und phantasievoll gleichzeitig. Nicht nur für Sternenliebhaber ein großer Genuss.
Marc Deckert: „Die Kometenjäger", btb, € 9,99, eBook € 8,99



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